Abendrot auf der Hornisgrinde

Letztes Wochenende verbrachte ich auf der Hornisgrinde, dem mit 1163 Metern ü. NHN höchsten Berg des Nordschwarzwalds. Neben den bewaldeten Bergen, die fast endlos zu sein scheinen, fand ich in der Gegend auch das Hochmoor beeindruckend.

Die Hornisgrinde wurde vermutlich schon von Kelten (800 v. Christus) besiedelt und galt wahrscheinlich für sie auch als ein heiliger Ort. Nachweislich wurde der Berg aber erst ab dem 12. Jahrhundert genutzt, als Mönche und Bauern die Gegend besiedelten und für sich nutzbar machten. Seit 1992 ist der Berg mit seinem Hochmoor sowie den seltenen Pflanzen- und Tierarten ein Naturschutzgebiet.[1]

Aufnahmezeitpunkt: am 02.06., um 20:59 Uhr (Fotorechte: Dario schrittWeise)

Am Freitag begeisterte mich die Abenddämmerung auf der Hornisgrinde so sehr, dass ich beschlossen habe, am nächsten Tag einige Aufnahmen des außergewöhnlichen Naturschauspiels zu machen. Zum Glück blieb das Wetter auch am nächsten Tag stabil.

Der Abend

Während die Sonne zum Aufnahmezeitpunkt des ersten Fotos noch deutlich über dem Horizont stand, bekam sie schon 20 Minuten später die typische rötliche Färbung der untergehenden Abendsonne.

Aufnahmezeitpunkt: 21:20 Uhr (Fotorechte: Dario schrittWeise)

Hinter dem Horizont

Ganze 25 Minuten dauerte es, bis der Stern nicht mehr zu sehen war. Nur noch seine Lichtstrahlen erinnerten an seine Präsenz. Ich stellte mir vor, wie es sich für die Astronauten wohl anfühlen mag, die Sonne hinter der Erdkugel verschwinden zu sehen.

Aufnahmezeitpunkt: 21:45 Uhr (Fotorechte: Dario schrittWeise)

Die Nacht

Auf dem vierten Foto ist die Sonne vollständig verschwunden. Die Nacht ist über den Schwarzwald hereingebrochen. In der unmittelbaren Umgebung liegt der Ortenaukreis mit den Ortschaften Seebach, Achern, Sasbachwalden, Sasbach und Bühl und dahinter erstreckt sich bereits das Elsass mit den Vogesen. Die Lichter dieser Orte sind auf dem Foto zu erkennen.

Aufnahmezeitpunkt: 22:29 Uhr (Fotorechte: Dario schrittWeise)

Fotos im Zeitraffer

Zum Schluss möchte ich noch die einzelnen Phasen des Sonnenuntergangs zusammenfassen. Auf dem letzten Foto ist auch der Morgen des nächsten Tages zu sehen. Die Fotoserie stellt eine Art Zeitraffer dar.

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Die Fotos erinnerten mich auch an ein Zitat von Khalil Gibran, meinem Gedanken des Monats im Juli 2017:

„Der erste Poet in dieser Welt muss erbärmlich gelitten haben, als er den Bogen und die Pfeile zur Seite gelegt und versuchte hatte, seinen Freunden zu erklären, was er innerlich gefühlt hatte, als er sich der Erhabenheit einer Abenddämmerung gegenüber sah.“
Khalil Gibran

Quellen

Titelfoto: Der Sonnenuntergang auf der Hornisgrinde (Fotorechte: Dario schrittWeise)
[1] https://www4.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/70542/nsg_hornisgrinde.pdf?command=downloadContent&filename=nsg_hornisgrinde.pdf (zuletzt abgerufen am 07.06.2018)

43 Kommentare zu „Abendrot auf der Hornisgrinde

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  1. „Der erste Poet in dieser Welt muss erbärmlich gelitten haben, als er den Bogen und die Pfeile zur Seite gelegt und versuchte hatte, seinen Freunden zu erklären, was er innerlich gefühlt hatte, als er sich der Erhabenheit einer Abenddämmerung gegenüber sah.“

    Das ist wohl wahr, aber wie arm erscheint mir das Leben jener, die die Erhabenheit nicht fühlen können.

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  2. lieber dario, das sind ganz wunderbare fotos, die du da gemacht hast. sehr schön. sie strahlen soviel ruhe und friedlichkeit aus. auch deine wunderbaren worte dazu schwingen im selben ton mit. es tut wohl, das zu lesen und zu sehen. es ist schön wie vielfältig begabt du bist. 🙂 danke, dass du die fotos, und deine gedanken, mit uns geteilt hast. ich wünsche dir viele erholsame stunden, und ebensoviel inspiration und freude. liebe grüße

    Gefällt 2 Personen

    1. Hallo liebe Ananda, vielen lieben Dank, ich versuche, mein bestes zu geben 😊 So ein Blog ist auch immer eine gute Gelegenheit, an sich zu arbeiten 🙂 Ich finde, man kann auch mit einfacher Technik viel erreichen, wenn man sich Mühe gibt. Ich probiere es Mal mit dem Poster. Alles Liebe, Dario 🙂

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      1. Mit Technik kenn ich mich gar nicht aus … aber zum fotografieren gehört vor allem der Blick
        Du guckst dich um und siehst etwas … du siehst das Bild , das du dann versuchst entstehen zu lassen
        Das ist der Schöpferische Alt an der Sache

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    1. Herzlichen Dank, Nati 🙂Das Hochmoor befindet sich ebenfalls auf der Hornisgrinde bzw. unweit vom Aufnahmort der Fotos. Ich werde noch einen zweiten Beitrag über die Gegend machen und auch über die Moorlandschaft berichten. Das sind auch alles sehr schöne Städte, die du besucht hast. Liebe Grüße, Dario 🙂

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      1. Zu viel? Man muß doch auch Opfer bringen können für seinen Blog 😉 Darum nächstes WE bitte zu Vergleichszwecken Bildchen vom Sonnenaufgang mindestens ab Viere in der Früh … 😉

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          1. Mummelsee im Herbst – wirklich toll, dann sind die Japaner und Chinesen nicht mehr so dort und wunderbares Licht am Morgen oder am Abend… das Hochmoor finde ich auch beeindruckend…
            Hab ein feines Wochenende
            Liebe Grüsse
            Thomas

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