Die erste schriftliche Erwähnung des Wortes „Mols“ ist 1231 als ‚Mulnæs‘ erfolgt, was so viel bedeutet wie „dunkle Landspitze“. Der Name wurde mit der Zeit zu „Mols“. Doch bei unserer mehrtägigen Wanderung im Nationalpark Mols Bjerge fand ich die Gegend alles andere als dunkel. Nur das Wetter war wechselhaft, aber insgesamt gut zum Wandern.
Unsere dritte Tagesetappe auf dem Mols-Bjerge-Weg wird als die „Bergetappe“ bezeichnet, obwohl damit natürlich nicht die Berggipfel gemeint sind, wie wir sie aus dem Mittelgebirge oder Alpen kennen. Doch im Vergleich mit den anderen Etappen des Wanderweges ist es hier recht hügelig und teilweise steil gewesen.
Neben den vielen sehenswerten Ausblicken, ist die Etappe von historischen Denkmälern wie einem Dolmen und Hügelgräbern geprägt gewesen.
Erinnerungen an Dänemark und den Mols-Bjerge-Weg
- Ebeltoft und der Mols Bjerge Nationalpark
- Die kleinen Sonnenstrahlen (ein Zitat von H. C. Andersen)
- Die Küste bei Gåsehage [Mols-Bjerge-Weg 1]
- Heideblüte bei Ebeltoft [Mols-Bjerge-Weg 2]
Die Berg-Etappe [Mols-Bjerge-Weg 3]
- Datum: 27.08.25
- Entfernung: 20 Kilometer + ca.2 Kilometer Abstecher
Auch am dritten Tag begann unsere Etappe vor der sprichwörtlichen Haustür in Ebeltoft. Für mich war es ein wenig ungewöhnlich, weil ich es sonst von mehrtägigen Wanderungen so kannte, dass ich immer in einem anderen Ort aufwachte. Andererseits war es entspannt, einen zentralen Startpunkt zu beziehen.
Wir nahmen wieder den bekannten Bus 123 vom Busbahnhof in Ebeltoft und fuhren nach Femmølar. Es war die Linie, die man auf dem Wanderweg auch nehmen kann, sollte etwas schief gehen oder, falls man die Wanderung abbrechen muss.
Beginn in Femmølar
Nach wenigen Minuten Busfahrt erreichten wir Femmølar. Der alte Name des Ortes ist Essendrup gewesen, doch seit 1790 heißt der Ort Femmøller („fünf Mühlen“). Die Mühlen stammen zwar aus dem 16. Jahrhundert, doch schon bald ist eine der Mühlen dem Feuer zum Opfer gefallen. Warum die Bewohner:innen den Ort nicht in „Viermühlen“ umbenannt haben, ist mir nicht bekannt. Das Bach Mølleåen hat die Mühlen bis Anfang des 20. Jahrhunderts angetrieben.
Von der Bushaltestelle liefen wir zum Startpunkt der Etappe. Ein junger Mann mit Zahnbürste kam uns entgegen. Vermutlich übernachtete er im Shelter, über den ich im Beitrag über die zweite Etappe geschrieben hatte.
Kurz nach dem Shelter müssen sich die Wander:innen an einer Kreuzung für den richtigen Weg entscheiden. Am Vortag gingen wir links, nun mussten wir nach rechts gehen.
Agri Bavnehøj
Nach einigen Kilometern haben wir den Berg Agri Bavnehøj erreicht. Es ist mit 137 Metern der höchste Punkt in Mols Bjerge. Von hier aus hat man einen hervorragenden Ausblick.
Im Grunde ist Agri Bavnehøj eher ein größerer Hügel. Daran erkennt man, wie hoch die Landschaft in der Gegend ist.
Die Geschichte hinter dem Berg ist faszinierend. Bevor es als Vermessungspunkt verwendet wurde, haben die Menschen Agri Bavnehøj für die Warnung vor Feinden verwendet. Ein „Bavn“ steht für einen brennenden Holzstapel oder ein Lagerfeuer. Wurde dieser Holzstapel auf einem erhöhten Punkt wie einem Hügel gestapelt, dann wurde daraus ein Bavnehøj.
Porskaer Stenhus
Zu den prägendsten Ortschaften der Tagesetappe gehört das Dorf Knebel. Auf einer Weggabelung kann man sich entscheiden, einen kurzen Abstecher zu dem berühmten Dolmen Porskaer Stenhus zu machen, der sich bei Knebel befindet. Dafür muss man kurz den offiziellen Wanderweg verlassen.
Wer sich für den Abstecher entscheidet, wird mit einem beeindruckenden Monument belohnt. Das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Ein kurzer ausgeschilderter Pfad führt dorthin.
Der Dolmen von Porskaer oder Porskær Stenhus gilt als der größte Dolmen Dänemarks. Laut den Archäologen stammt er aus der Bronzezeit rund um 3.300 v. Chr. Er hat einen Deckstein, der 11,5 Tonnen schwer ist. Der Dolmen ist von einem Steinkreis umgeben. Wie der Name es schon andeutet, tatsächlich wirkte der Dolmen auf mich wie eine Art Steinhaus.
Insgesamt dauert der Abstecher zum Dolmen 20 bis 30 Minuten, hin und zurück. Für mich war es ein Höhepunkt der Tagesetappe gewesen.
Tinghulen
Auf einem Hügel mussten wir durch einen Hohlweg gehen. Der sandige Boden erschwerte das Hochsteigen. Es ist eine Art länglicher Krater mit dem Namen Tinghulen. Es ist ein sogenanntes Toteisloch, das mit dem Rückzug des Eises nach der Eiszeit entstanden ist. Hier wurde in der Vorzeit auch regelmäßig ein Gericht abgehalten. Ich vermute, dass der Name von „Thing“ oder „Ding“ kommt, womit die Germanen und Wikinger eine Versammlung oder eine Gerichtsverhandlung bezeichnet haben.
Trehøje
Einen weiteren Höhepunkt bildete der Aussichtspunkt Trehøje. Es ist ein eiszeitlicher Hügelgrab, von welchen es in der Gegend noch viele gibt. Als wir dort waren, blühte Drahtschmiele, eine in der Gegend verbreitete Graspflanze. Sie verwandelte den Hügel in ein Lilameer.
Trehøje befindet sich 127 Meter über dem Meeresspiegel und ermöglicht einen weiten Rundumblick auf die Buchten von Ebeltoft, Knebel und Begtrup. Der Blick reichte auch bis nach Kalø, wohin uns unsere Etappe des nächsten Tages geführt hatte. An sonnigen Tagen kann man auch Aarhus sehen. Die Erhebung besteht aus drei Hügelgräber aus der Bronzezeit, in der Gegend gibt es noch ungefähr 11 weitere Hügelgräber.
Wieder in Femmølar
Kurz vor dem Ende sind wir an einem Landhaus in Toggerbo vorbeigelaufen. Auf den letzten Metern führt der Wanderweg durch das sogenannte Molslaboratoriet, das Mols-Labor, ursprünglich ein Hofgut, das nun dem Naturhistorischen Museum in Aarhus gehört und das Forschende und Studierende als eine Art Feldlabor nutzen.
Da es sich bei der dritten Etappe um ein Rundweg handelt, sind wir wieder in Femmølar angekommen. Hier ging es wieder mit dem Bus zurück.
Die nächste Etappe wird an der berühmten Kalø-Ruine beginnen.
Quellen
Titelbild: Femmølar, Rechte: Dario Schrittweise https://www.visitaarhus.de/region-aarhus/reiseplanung/die-bergetappe-auf-dem-wanderweg-mols-bjerge-gdk1143111(zuletzt aufgerufen am 01.04.26) https://de.nationalparkmolsbjerge.dk/erleben-sie-den-nationalpark/wanderweg-mols-bjerge-stien(zuletzt aufgerufen am 08.04.26) https://www.visitaarhus.de/region-aarhus/reiseplanung/agri-bavnehoj-der-hoechste-punkt-in-mols-bjerge-gdk1091819(zuletzt aufgerufen am 08.04.26) https://de.nationalparkmolsbjerge.dk/erleben-sie-den-nationalpark/mols-bjerge(zuletzt aufgerufen am 08.04.26) https://www.visitaarhus.de/region-aarhus/reiseplanung/porskaer-stenhus-gdk606141(zuletzt aufgerufen am 08.04.26) https://klitly.de/mols-bjerge-eine-wanderung-auf-die-agri-bavnehoj/(zuletzt aufgerufen am 10.04.26)
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