Die zweite Etappe des Mols-Bjerge-Weges führte uns von Femmøller nach Ebeltoft. Hier bestätigte sich unsere Entscheidung, in der kleinen Küstenstadt zu übernachten. Auf Dänisch heißt die Etappe Ebeltoftetapen.
Die Strecke ist von sanften Hügeln, einer Eiszeitlandschaft, Wildpferden und historischen Mühlen geprägt. Wir stellten auch fest, dass es Heidelandschaften nicht nur bei Lüneburg gibt.
Erinnerungen an Dänemark und den Mols-Bjerge-Weg
Rund um Ebeltoft [Mols-Bjerge-Weg 2]
- Datum: 26.08.2025
- Entfernung: 22 Kilometer
Am Morgen starteten wir wieder in Ebeltoft. Mit der bekannten Buslinie 123 sind wir nach Femmølar gefahren, wo die Etappe offiziell beginnt. Die Buslinie klingt wie ein schlechtes Passwort. Femmølar ist ein Dorf in der Nähe von Ebeltoft, hier beginnen zwei der vier Etappen des Mols-Bjerge-Weges. Den Namen des Dorfes finde ich interessant, weil er „Fünf Mühlen“ bedeutet. Eine der namensgebenden Mühlen haben wir am Dorfeingang gesehen und eine im Zentrum selbst. Wir haben uns zunächst ein wenig vor Ort umgesehen.
Die ersten Schritte
Gegen 9 Uhr verließen wir Femmølar. Kurz nach dem Ausgang aus Femmølar liefen wir an einem Rastplatz mit einer Schlafgelegenheit vorbei. Diese als „Shelter“ genannte Übernachtungsmöglichkeiten gibt es oft in Dänemark, häufig entlang der Wander- und Radwege. Jeder darf hier übernachten, sollte aber auf die Sauberkeit und Sicherheit beim Feuer5machen achten.
Im Internet gibt es eine gute Übersicht der „Shelter“ im Mols Bjerge (zuletzt aufgerufen: 14.03.26)
Wir liefen an einen kreativ eingerichteten Tinyhaus, das mich an den Wohnwagen von Peter Lustig erinnert hatte. Darin könnte eine Art dänischer „Löwenzahn“ wohnen.
Später sahen wir rostige Autos, die jemand mitten im Wald abgestellt hatte. Inzwischen fallen sie schon auseinander. Vermutlich handelte es sich um illegale Müllentsorgung. Das fand ich traurig, nicht nur, weil wir hier in einem Nationalpark waren.
Unterwegs entdeckten wir auch zwei Käfer, die uns an den ägyptischen Skarabäus erinnerten.
Später kamen wir an Wildpferden vorbei, die uns im Nationalpark Mols Bjerge mehrmals begegnet waren. Sie sind Teil eines Tierschutzprojektes.
Die Ørnbjerg Mühle
Gegen Mittag erreichten wir die Ørnbjerg-Mühle. Sie besteht aus einer Wassermühle, einem Schweinestall und einem Schulungsgebäude. Im ehemaligen Stall hatten die Verantwortlichen ein kleines Museum über die Geschichte der Mühle eingerichtet.
Im Museum erfuhren wir, dass die Ørnbjerg-Mühle eine der wenigen Wassermühlen auf der Halbinsel Djursland ist. Die Mühle wurde zuerst 1552 in einem historischen Schreiben erwähnt. Sie hatte im Laufe der Jahrhunderte viele Besitzer gewechselt und wurde bis 1961 als aktive Getreidemühle verwendet. Zwischenzeitlich wurden die Mühle und die dazugehörigen Häuser als Hof mit einem Wohnhaus und Gebäuden für die Pferdezucht genutzt. Nach einem Brand in den 190ern Jahren wurde es schließlich restauriert. Heute kümmert sich ein Verein um die Mühle und veranstaltet hier auch Workshops für Schulklassen und Besucher/-innen.
Ein Rastplatz lädt daneben zum Ausruhen ein, was wir auch getan haben. Wir aßen unser Proviant. Hier entdeckten wir auch einen weiteren Shelter mit einer Wasserstelle. Neben dem Rastplatz erinnert ein Mahnmal an die Ereignisse aus dem II. Weltkrieg.
Heide in Djursland
Nach der Mittagspause liefen wir durch die Landschaft Ulstrup Ådal zum Stubbesee weiter. Es handelt sich um den größten See Djurslands, mit einem Schutzgebiet für Seeadler, die von einem Vogelturm beobachtet werden können.
Später stellten wir fest, dass es Heidelandschaften nicht nur bei Lüneburg gibt. Der Satz ist natürlich mit Augenzwinkern zu verstehen. Ich erinnerte mich beispielsweise auch an Wanderungen rund um Nürnberg, auf welchen ich Heideblüte gesehen hatte.
Fast zum Schluss der Etappe wanderten wir an einem Landgut vorbei. Hier zogen zwei Metallfiguren unsere Aufmerksamkeit auf sich. Sie erinnerten an Geflüchtete des II. Weltkrieges und an die Tatsache, dass Flucht und Vertreibung eine lange Geschichte hatten.
Wieder in Ebeltoft
Die letzte Strecke folgte einer stillgelegten Eisenbahnlinie. Kurz nach 16:00 Uhr haben wir schließlich den Strand von Ebeltoft erreicht. Im Hintergrund ist die Fregatte Jüttland zu sehen gewesen. Von hier ist es nicht mehr weit bis zu unserem Ferienhäuschen im Hafen gewesen.
Am Abend sind wir wieder in der Innenstadt gewesen und haben uns danach auf die dritte Etappe vorbereitet, über die ich in einigen Wochen schreiben werde.
Quellen
Titelbild: Heidekraut im Ulstrup Ådal, Rechte: Dario Schrittweise https://de.nationalparkmolsbjerge.dk/erleben-sie-den-nationalpark/wanderweg-mols-bjerge-stien (zuletzt aufgerufen am 14.03.26) https://www.visitaarhus.de/region-aarhus/reiseplanung/der-pfad-mols-bjerge-stien-gdk1103083 (zuletzt aufgerufen am 14.03.26) https://vandreophold.dk/en/pages/shelters-mols(zuletzt aufgerufen am 14.03.26)
Entdecke mehr von Dario Schrittweise
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Schreibe mir gerne einen Kommentar :-)