Die Königsmetropole Luxor

Vor einigen Wochen ist Ägypten mit der feierlichen Eröffnung des Großen Ägyptischen Museums (GEM) in den Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit gerückt. Als wir im April 2025 in Kairo gewesen sind, haben wir bereits einen großen Teil des Museums besichtigt, das damals bereits teilweise geöffnet gewesen ist.

Auf unserer Reise durch Ägypten sind wir auch in Luxor gewesen. Bald haben wir festgestellt, dass die Stadt am Nil mehr als nur das Tal der Könige zu bieten hat. Luxor und Theben sind zwei antike Städte, die unzertrennlich miteinander verbunden gewesen sind. Theben ist dem Gott Amun gewidmet gewesen. Theben und seine Nekropolen gehören seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Theben ist die Hauptstadt des Mittleren und Neuen Reiches des alten Ägypten gewesen.

Erinnerungen an Ägypten

Die Königsmetropole Luxor

Im Alten Ägypten ist Luxor als Teil der Königsmetropole Theben der Tempelbezirk gewesen. Auf der östlichen Nilseite sind die Tempel gewesen, auf der westlichen die Gräber der Pharaonen, Arbeiter und der Beamten. Heute redet man nur noch von Luxor, Theben ist eine historische Bezeichnung.

Die Fülle an Kunstschätzen ist in dieser Region überwältigend. Es gibt viele Tempel und Gräber. Und ständig werden neue entdeckt. Das liegt daran, dass Luxor und die Nachbarstadt Theben zu den Hauptstädten des alten Ägyptens gehört haben.

Interessanterweise ist das ehemalige Theben heute eine Art Stadtteil von Luxor. Man muss nur den Nil überqueren, um die jeweils anderen Stadtteile zu erkunden.

Die Anreise

Im Beitrag über die Piraten von Nil habe ich über unsere Zugfahrt von Kairo nach Luxor geschrieben. Schon die Ankunft nach Luxor ist abenteuerlich gewesen, erst die Zugfahrt entlang des Nils und dann die Fahrt vom Bahnhof zu unserem Hotel. Ein Junge hat uns am Hauptbahnhof angeboten, unser Gepäck zum Bus oder Taxi zu tragen, die Bezahlung ist Verhandlungssache gewesen. Gut, lassen wir ihn uns beim Tragen helfen, haben wir gedacht.

Witzigerweise ist noch ein junges Mädchen bei ihm gewesen, vermutlich seine Schwester oder Cousine. Sie hat mit uns verhandelt und natürlich einen höheren Preis als den von uns vorgeschlagenen erwirkt. Ich habe die Situation lustig gefunden, weil die junge Dame ziemlich resolut gewesen ist und einerseits mit uns gefeilscht hat und andererseits den jungen Träger dauernd angewiesen hat. Sie ist gewissermaßen wie die Managerin des jungen Mannes aufgetreten. Beim Preis reden wir von einem Betrag ungefähr unter ein bis zwei Euro und für ihre Familie ist es eine bedeutende Einnahmequelle.

Die Taxifahrt

Wir sind von der Fahrt im Nachtzug müde gewesen und haben erstmal nur in unser Hotel fahren wollen. Wir haben uns für ein Taxi entschieden, in Ägypten sind Taxis sehr günstig und werden von Reisenden häufig als Busersatz benutzt. Normalerweise fahren wir sehr selten mit einem Taxi, aber hier haben wir eine Ausnahme gemacht.

Der Taxifahrer hat uns während der Fahrt über Luxor und das Leben am Nil erzählt. Normalerweise dauert die Autofahrt vom Bahnhof zum Hotel nicht so lange. Doch ungefähr auf der halben Strecke ist sein Taxi zum Stehen gekommen. Er hat einen Kollegen kontaktiert, von dem er gewusst hat, dass er in der Nähe parkt. Dann sind wir in das andere Auto umgestiegen. Der Rest der Fahrt ist ohne Zwischenfälle geblieben. Im Nachhinein ist es eine amüsante Anreise gewesen.

Das Juwel vom Nil

Übernachtet haben wir in einem Schiffhotel, wie ich bereits im erwähnten Beitrag geschrieben habe. Für mich ist das Hotel ein „Juwel vom Nil“ gewesen, obwohl es sehr schlicht ist. Das erinnert mich an den gleichnamigen Film mit Michael Douglas und Kathleen Turner aus den 90er Jahren.

Der Luxor-Tempel

 

Einen Besuch wert ist auch der Luxor-Tempel, der sich in der Nähe des Bahnhofs von Luxor befindet. Davor steht eine Allee von vielen kleinen Sphinx-Statuen. Sie soll früher mehrere Kilometer lang gewesen sein. Die Allee verbindet die Tempelanlagen von Luxor und Karnak miteinander.

Der Luxor-Tempel wurde im Neuen Reich (1550 v. Chr. – 1070 v. Chr., 18. bis 20. Dynastie) gebaut. Wie Luxor selbst, ist die Tempelanlage dem Gott Amun, seiner Ehefrau Mut und ihrem Sohn Chons, dem Mondgott, geweiht gewesen.

Der Tempel von Medinet Habu

Der Tempel von Medinet Habu am Westufer von Luxor ist ein weniger bekannter Tempel. Kein Wunder, ist er umgeben von so vielen anderen Kunstwerken, wie dem Luxor-, Karnak-, Hatschepsut-Tempel, dem Tal der Könige usw.

Der Tempel Medinet Habu gehört geschichtlich zu den bedeutendsten und am besten erhaltenen Bauwerken des Neuen Reiches. Errichtet ist es als Totentempel des Pharaos Ramses III. (ca. 1221 v. Chr. – 1156 v. Chr.).

Es wird auch als das „Geschichtsbuch aus Stein“ bezeichnet, weil darin viele Szenen des Neuen Reiches dargestellt sind. Ein Großteil der Reliefs ist sehr gut erhalten und insbesondere die Farben wirken sehr lebendig.

Die Memnon-Kolosse

Etwas außerhalb von Luxor, in der Nähe des Tempels von Medinet Habu haben wir uns die Memnon-Kolosse angesehen. Sie sind zwei riesige Statuen aus Quarzitsandstein. Ursprünglich standen sie vor dem Tempel des Pharao Amenophis III (ca. 1403 v. Chr. – 1352 v. Chr.). Doch später wurde der Tempel vom Nilwasser zerstört und übriggeblieben sind nur die Kolosse. Die Griechen der Antike haben die Statuen nach der Helden aus dem Kampf um Troja benannt: den Krieger Tithonos und Memnon, den Sohn von Eos. Deswegen werden sie heute als die Memnon-Kolosse bezeichnet.

Die Skulpturen gehen heute in meinen Augen ein wenig unter, weil die Gegend wie geschrieben vor Sehenswürdigkeiten nur so strotzt, in fast jeder anderen Stadt würden sie wohl zu den Höhepunkten gehören.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Wir haben uns beide Uferseiten von Luxor angeschaut. Beeindruckend ist auch unser Spaziergang durch den Basar von Luxor gewesen.

In der Region rund um Luxor haben wir noch viel erlebt und weitere Stätten besichtigt wie die Gräber im Tal der Könige und Tal der Künstler, den Hatschepsut- und Karnak-Tempel. Wir waren auch im Luxor-Museum.

Darüber möchte ich in den späteren Beiträgen schreiben, ich nehme mir aber dafür ein wenig Zeit, weil es viele Erlebnisse, Fotos und Informationen sind.

Quellen

Titelfoto: Schattenspiele im Tempel von Medinet Habu, Rechte: Dario Schrittweise
https://www.spektrum.de/magazin/theben-heilige-stadt-der-pharaonen/827017(zuletzt aufgerufen am 01.03.26)
https://www.geo.de/reisen/reiseziele/luxor-den-ufern-der-zeit-30189762.html(zuletzt aufgerufen am 01.03.26)
http://www.kv5.de/html_german/data_colossi_german.html(zuletzt aufgerufen am 01.03.26)
http://www.kv5.de/html_german/data_habu_german.html(zuletzt aufgerufen am 01.03.26)

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