Ein langes Wochenende in der Sächsischen Schweiz

Bizarre Felsformationen, schier endlose Wälder und ein breiter Fluss, der sich zwischen den Schluchten schlängelt: Die Sächsische Schweiz hat seit Jahrhunderten die Menschen beeindruckt. Viele Künstler:innen haben hier Inspiration und Ruhe gesucht, z.B. Goethe, Caspar David Friedrich, Bernardo Belotto (Canaletto), Ludwig Richter und Carl Maria von Weber.

Der Name des Nationalparks soll auf die Schweizer Maler Adrian Zingg und Anton Graff zurückgehen, die im 18. Jahrhundert im Elbsandsteingebirge gewandert sind. Da sie die Landschaft an ihre Heimat erinnert hat, haben sie die Region als „Sächsische Schweiz“ bezeichnet. Der Name hat sich als offizieller Name etabliert.

Im Juni 2023 habe ich aus privaten Gründen ein verlängertes Wochenende in der Sächsischen Schweiz verbracht, in der Nähe von Dresden. Ich habe die Gelegenheit genutzt, zwei Tagestouren im berühmten Nationalpark zu machen. Sie haben ungefähr der zweiten und der dritten Etappe des Malerwegs entsprochen.

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Anreise und Dresden

Am Abend vor der ersten Etappe bin ich mit dem Zug nach Dresden gefahren. Ich kenne die Elbmetropole bereits ein wenig, freue mich aber jedes Mal, wenn ich mich in der Stadt umsehen kann. In diesem Beitrag soll es jedoch in erster Linie um die Sächsische Schweiz gehen.

Am Abend habe ich mich kurz entlang der Elbe umgesehen, ich bin durch die Innenstadt geschlendert, zur Semperoper usw.

Erster Tag: Stadt Wehen und die Bastei

  • Datum: 08.06.23

Am nächsten Morgen bin ich durch die Dresdener Innenstadt zum Bahnhof gelaufen. Dabei habe ich dich Gelegenheit genutzt, die sehenswerte Stadt zu genießen.

Nach einem guten Frühstück in einem Café bin ich mit der Regionalbahn gefahren, die entlang der Elbe verkehrt ist, zu meinem Zielort des Tages.

In Stadt Wehen habe ich eine der kleinen Fähren genommen, um auf die andere Elbseite überzusetzen. Die Fähren gehören zum öffentlichen Nahverkehr.

Meine Unterkunft des Tages habe ich etwas außerhalb des Städtchens, quasi direkt am Flussufer, bezogen. Ich habe mich gefragt, wie das wohl für die Betreiber der Unterkunft sein mag, wenn es wieder zu Überschwemmungen kommen sollte.

An jenem Tag hat es am Vormittag geregnet. Zum Glück ist es später trockener geworden, so dass ich entspannt zur Basteibrücke wandern konnte. Da sich meine Unterkunft direkt am Elbufer und am Malerweg befunden hat, konnte ich unkompliziert meine Tagestour beginnen. Wobei sie gewissermaßen schon in Dresden angefangen hat.

Karte des ersten Tages

Der Weg führte entlang der Elbe nach Rathen. Den Gedanken habe ich interessant gefunden, wie mächtig die Elbe ist, sie entspringt  im tschechischen Riesengebirge und mündet bei Cuxhaven in die Nordsee .

Der kleine Kurort Rathen war überlaufen, vermutlich geht es hier häufig so zu. Nun war es so weit. Ich lief einen Berg hinauf und gelangte relativ schnell zur Basteibrücke.

Die Basteibrücke

Schätzungsweise bedurfte es keine 20 Minuten bis zum berühmten Bauwerk. Erwartungsgemäß erwarteten mich hier viele Besucher:innen, trotz des schlechten Wetters. Mit dem Namen „Bastei“ ist in erster Linie der äußerte Vorsprung des Felsens gemeint, der beliebte Aussichtspunkt. Aber meistens wird das gesamte Plateau bezeichnet, wenn jemand von der „Bastei“ spricht.

Die Basteibrücke ist 76,5m lang, sie wurde 1851 anstelle einer Holzbrücke gebaut. Heute ist sie als „Technisches Denkmal“ geschützt. Über die Brücke kann man die Ruine der Felsenburg Neurathen und die Basteiaussicht erreichen. Sie gilt als die größte mittelalterliche Felsenburg der Region.

Die Schwedenlöcher

Zu meinen Höhepunkten des Tages hat neben der Bastei auch die Felsformationen namens Schwedenlöcher gehört. Es ist eine Schlucht, die serpentinenartig nach unten führt. Je tiefer ich gekommen bin, desto kälter ist es geworden. Mich hat die Beschaffenheit der Steine und die Stille beeindruckt. Nur wenige Ausflügler haben sich hierher verirrt. Die meisten haben wie vermutet die Basteibrücke sehen wollen.

Ich bin dem Grünbach gefolgt und habe schließlich den Amselgrund mit dem Wasserfall erreicht. Vom Amselfall aus hat mich der Weg weiter zu einem besonderen Rastplatz namens „Steinerner Tisch“ geführt. Der Platz ist vor mehr als 200 Jahren errichtet worden und ist historisch bedeutsam.

Am späten Nachmittag bin ich in das Städtchen an der Elbe zurückgekehrt. Von der Stadtburg aus habe ich noch einige Fotos gemacht.

In einer Pizzeria am Ufer habe ich zu Abend gegessen. Da die Betreiber dabei waren, zu schließen, habe ich mein Abendessen an einen Tisch vor der Pizzeria gegessen. Der Abend hat sich mild angefühlt und ich konnte die bezaubernde Aussicht am Fluss genießen.

Danach bin ich gesättigt und voller Eindrücke des Tages in meine Unterkunft zurückgekehrt.

Zweiter Tag: Lilienstein und Bad Schandau

  • Datum: 09.06.23

Auf meinen Wanderungen habe ich nicht immer das Glück gehabt, ein reichhaltiges Frühstück zu bekommen. Aber in meiner Unterkunft am Malerweg ist es anders gewesen. Da haben mich unglaublich viele Sorten Käse, Aufstriche, selbstgemachter Honig und Konfitüre, Wurst etc. erwartet. Wanderherz, was willst du mehr?

 

Nach dem Frühstück bin ich gleich aufgebrochen. Ich habe mich von den Servicekräften verabschiedet, die entspannt im Garten gefrühstückt haben. Wir haben noch ein kurzes Schwätzchen gehalten und ich bin losgelaufen. Voller Elan. Doch nach wenigen Schritten habe ich festgestellt, dass etwas in meiner Hosentasche geklappert hat. Was mag das gewesen sein? Kleingeld? Steinchen? Es war der vergessene Schlüssel aus dem Gasthaus. Schnell zurück. Die Servicekräfte sind immer noch im Garten gesessen. Ich habe ihnen gesagt, es hätte mir so sehr gefallen, dass ich beschlossen habe, noch eine Nacht zu bleiben. Wir haben gelacht. Und ja, den Schlüssel brauchen sie noch.

Der erste Teil des Tages hat mich über die mir inzwischen bekannte Route nach Rahen geführt. Im Kurort an der Elbe habe ich mich im Touristenbüro über den weiteren Weg zum Berg Lilienstein und nach Bad Schandau informiert, von wo aus ich am Abend mit dem Zug nach Pirna fahren wollte.

Karte der Region, zweiter Tag

Den markanten Berg habe ich bereits aus der Ferne erkennen können. Der Lilienstein ist eine der größten Erhebungen im Gebiet, mit einem langgezogenen Plateau.

Unterwegs zum Berg ist mir ein Paar in ihren Fünfzigern begegnet. Wir haben uns immer wieder gegenseitig überholt, wie das häufig der Fall ist, wenn man zu einem gemeinsamen Ziel wandert.

Auf dem Lilienstein

Gegen Mittag habe ich den Lilienstein erreicht. Er gehört zu den bedeutendsten Naturdenkmälern der Sächsischen Schweiz und gilt als eines der Wahrzeichen des Nationalparks.

Der Aufstieg ist ein wenig beschwerlich gewesen, zudem habe ich hier teilweise Auswirkungen meine Höhenangst gespürt.

Ich habe mich auf dem Plateau des Liliensteins umgesehen. Zu den festen Besichtigungspunkten gehören ein Denkmal in Form eines Obelisken und der Biergarten, in den ich eine kurze Pause gemacht habe.

Vom Plateau aus konnte ich auf die gegenüberliegende Festung Königstein blicken. Ich habe mir vorgenommen, die Festung bei einem anderen Besuch in der Region zu besichtigen. Auch Bad Schandau war hier in Sichtweite.

Vom Lilienstein ist es nun abwärts gegangen. Ich nahm den anderen der beiden Abstiege. Unten angekommen, ist der Berg lange in Sichtweite geblieben.

Bad Schandau und die Kirnitzschtalbahn

Von Lilienstein ist es nicht mehr weit bis zu meinem Tagesziel Bad Schandau gewesen. Ab hier ist der Weg ruhiger gewesen, weil die meisten Ausflügler in erster Linie an der Bastei und dem berühmten Berg sowie der Festung Königstein interessiert sind.

 

In Bad Schandau bin ich mit der historischen Straßenbahn Kirnitzschtalbahn zum Lichtenhainer Wasserfall gefahren. Sogar Kate Winslet soll mit der kleinen Bahn gefahren sein. Da es schon spät gewesen ist und ich den Wasserfall nicht so spannend gefunden habe, habe ich beschlossen, gleich wieder zurückzufahren, um noch rechtzeitig den nächsten Zug zu erwischen. Viel Zeit habe ich ohnehin nicht gehabt.

Ich habe wieder mit der Fähre übersetzen müssen, die Schienen waren auf der anderen Seite der Elbe. Die kurze Fahrt mit der Boot ist wieder ein tolles Erlebnis gewesen. Interessanterweise konnte man hier mit dem Deutschlandticket fahren. Wer weiß, ob man sich in einigen Jahren noch erinnern wird, was das Deutschlandticket war.

In Pirna

Nach einer kurzen Zugfahrt habe ich das Städtchen Pirna erreicht. Da ich ein Zimmer in der Innenstadt gebucht habe, konnte ich mir schnell die Plätze und Gassen ansehen.

Der Ort an der Elbe hat einen mittelalterlichen Charme. Auch diese Kleinstadt ist besuchenswert. Pirna hat viele Künstlerinnen angelockt, z.B. den italienischen Maler Canaletto.

Der kurze Besuch in der Sächsischen Schweiz hat mir sehr gefallen. Die Felsformationen des Elbsandsteingebirges haben mich ein wenig an die Fränkische Schweiz erinnert. Gerne werde ich eines Tages wieder in die Region zurückkehren, hier gibt es für mich noch viel zu entdecken.

Quellen

Titelfoto: Die Basteibrücke, 2023, Rechte: Dario Schrittweise
https://www.basteibruecke.de/(zuletzt abgerufen am 28.01.24)
https://www.saechsische-schweiz.de/region/highlights (zuletzt abgerufen am 28.01.24)

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