Nebelwege bei Porto [Der Portugiesische Jakobsweg 1]

Im Herbst 2021 habe ich meine mehrjährige Pilgerschaft in Santiago de Compostela beendet. Doch die bewegenden Erfahrungen habe ich nicht vergessen. Nach mehreren Jahren bekam ich Lust, wieder auf dem Jakobsweg zu pilgern.

Dieses Jahr habe ich mich entschieden, meinen Urlaub auf dem Portugiesischen Jakobsweg zu verbringen.

Wegweiser

Der Portugiesische Jakobsweg – Beginn in Porto

Es gibt mehrere Varianten des Portugiesischen Jakobsweges, ich wählte für die sogenannte Küstenvariante aus, „Caminho portugues da costa“. Er wird auch „Senda Litoral“ genannt. Die meisten Pilger:innen beginnen in Porto, obwohl der Weg auch südlicher angefangen werden kann, zum Beispiel in Lissabon. Dafür ist die Strecke ab Porto kürzer und laut mehreren Erfahrungsberichten schöner.

Den Küstenweg begann ich ebenfalls in Porto, da ich nur knappe 2 Wochen Zeit hatte. Insgesamt warteten ungefähr etwas mehr als 260 Kilometer auf mich, weil der Küstenweg ein wenig länger ist als die Variante durch das Landesinnere.

Anreise und der Beginn des Jakobsweges

Bereits am Flughafen Nürnberg hatte ich mehrere Pilger:innen gesehen, die mit Rucksäcken und Pilgerzeichen unterwegs waren. Das war bei meinen früheren Pilgerreisen nicht der Fall.

Unser Flug hatte eine Verspätung, aber aufgrund der erwähnten Zeitverschiebung war es 19 Uhr, als wir in Porto gelandet sind. Glücklicherweise habe ich ein Zimmer in einem Hotel mit einem lange offenem Empfang gebucht. So war es kein Problem, so spät einzuchecken.

Die Kathedrale von Porto und das Pilgerbüro

Natürlich ging ich vor dem Beginn zur Kathedrale „Sé de Porto“. Darüber hatte ich in meinem ersten Beitrag über Porto geschrieben. Unweit davon befindet sich das Pilgerbüro.

Leider musste ich feststellen, dass ich mir vom Pilgerbüro mehr erhofft hatte. Der Mitarbeiter, den ich dort traf, war ein wenig unfreundlich. Er konnte mir auch keine nennenswerten Informationen geben.

In der Nähe der Kathedrale traf ich die Pilgerin Christine wieder, die ich am Flughafen von Nürnberg kennengelernt hatte. Wir aßen gemeinsam zu Mittag. Später verabschiedeten wir uns voneinander und rechneten nicht mehr damit, uns wiederzusehen, weil sie bereits am Samstag starten wollte und ich am Sonntag.

Am Samstag ging ich vergleichsweise früh in mein Hotelzimmer zurück, weil ich für meinen Start am nächsten Tag fit sein wollte.

Erste Etappe: Porto – Angoiras

  • Datum: Sonntag, 24.05.26
  • Entfernung: 21 Kilometer

Die erste Etappe begann ich am frühen Morgen mit einem Frühstück im Hotel. So gestärkt ging ich los. Der Vormittag war neblig und bewölkt. Ich lief durch die Innenstadt und erreichte schließlich beim Park „Jardim do Passeio Alegre“ die Küste.

Festung „São Francisco Xavier do Queijo“

Unterwegs lief ich an einer kleinen Festung aus dem 17. Jahrhundert vorbei. Sie heißt „Forte de São Francisco Xavier do Queijo“ und wird scherzhaft auch als „Käseburg“ bezeichnet, weil sie auf einem käseartigen Felsen errichtet wurde.

Ihre Hauptaufgabe bestand darin, die Mündung der Flüsse Douro und Minho in den Altantik vor Piratenangriffen zu beschützen.

Insgesamt sah ich viele historische Festungen entlang des Portugiesischen Jakobswegs.

Matosinhos

Die erste Etappe fand ich teilweise stressig, weil auf den ersten Kilometern noch Einflüsse der Großstadt zu erkennen waren. Körperlich hatte ich keine Probleme, weil die Strecke größtenteils flach der Küste gefolgt ist.

Meinen ersten Stempel bekam ich im Tourismusbüro von Matosinhos. Der Ort ist auch für ein Schiffsunglück von 1945 bekannt, bei dem mehrere Fischerboote gesunken und 152 Fischer gestorben waren. Ein Denkmal am Strand von Matosinhos erinnert an die Tragödie.

Sonniger Nachmittag

Der Weg führte einige Zeit durch Matosinhos und über eine Klappbrücke, die einen Kanal überspannt. Von der Brücke aus hatte ich auch einen guten Blick auf den Hafen von Leixões, der wichtig für Matosinhos und die ganze Region ist.

Der Nachmittag war glücklicherweise sonniger und auch der Nebel verschwand. Die langen weißen Strände fand ich nun um so beeindruckender.

Die erste Etappe fühlte sich vergleichsweise entspannt. Der Weg verlief ab Porto entlang des Atlantiks. Am Nachmittag erreichte ich schließlich mein Ziel, Angeiras.

Im Fischerdorf Angeiras

Angeiras ist ein typisches Fischerdorf. Schon bei meiner Ankunft bewunderte ich kleine Häuser, Boote und Fangnetze der Fischer:innen von Angeiras.

Endlich erreichte ich meine erste Unterkunft. Sie befand sich lustigerweise oberhalb des örtlichen Fischmarktes. Im Zimmer hatte ich noch Probleme mit dem Fenster, die freundliche Mitarbeiterin kannte sich aber aus und konnte mir weiterhelfen.

Ich machte noch einen kleinen Spaziergang zum nahegelegenen Supermarkt. Auf dem Rückweg erwischte mich ein warmer Regenschauer.

Zu Abend aß ich in einem typischen Fischrestaurant. Ein Mann grillte den Fisch auf der Straße. So wussten wir, dass unser Essen frisch zubereitet wurde.

Am Nachbartisch saß eine andere Pilgerin, die einen langen Tag hinter sich hatte. Sie heißt Afsoon und lebt in den USA. Ursprünglich stammt sie aus dem Iran. Sie überlegte sich, auf den klassischen portugiesen Jakobsweg zu wechseln, der durch das Landesinnere führt. Wie es sich herausgestellt hatte, übernachtete sie in der gleichen Pilgerherberge. Nach dem Essen kehrte ich mit Afsoon zurück in unsere Unterkunft zurück.

Ich bereitete mich noch für die zweite Etappe vor. Sie würde mich nach Póvoa do Varzim führen.

Quellen

Titelfoto: Die Fischerboote von Angeiras, Fotorechte: Dario Schrittweise

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