Am 10.06.26 hat Papst Leo XIV. den höchsten Turm der Basilika Sagrada Família in Barcelona feierlich geweiht. Der Anlass der Zeremonie mit einer Lichtershow ist der 100. Todestag des Architekten Antoni Gaudí i Cornet gewesen. Der katalanische Architekt ist maßgeblich am Bau der Basilika beteiligt gewesen. Zudem wurde im Februar 2026 der höchste Turm der Sagrada Família fertiggestellt. Die Basilika gilt nun als das größte Gotteshaus der Welt und hat somit offiziell das Ulmer Münster abgelöst.
Die aktuellen Bilder aus Barcelona haben mich an den Sommer 2013 erinnert, als ich mit meiner besseren Hälfte zuletzt in der katalanischen Hauptstadt gewesen bin. Wir sind auch in der Basilika gewesen, die damals noch eine große Baustelle gewesen ist.
La Sagrada Família
In Barcelona bin ich mehrmals gewesen, teilweise für mehrere Wochen. Ich fühle mich mit der Stadt am Mittelmeer verbunden. Insbesondre die Sagrada Família ist beeindruckend. Meistens muss man warten, um hineinzukommen, aber es lohnt sich. Alleine die Türme und die Fassade sind atemberaubend.
Mit dem Bau der Basilika wurde 1882 begonnen. Es ist jedoch zu Streitigkeiten mit dem ersten Architekten gekommen, sodass man 1883 dem damals 31 Jahre alten Gaudí die Bauleitung anvertraut hat.
Die Fotos habe ich 2013 bei meinem letzten Besuch in Barcelona aufgenommen.
Der zentrale Turm „Jesus-Christus“ ist mit 172,5 Metern nun der höchste Kirchturm der Welt. Er wird in der näheren Umgebung nur von Montjuïc, dem Hausberg von Barcelona, überragt. Es heißt, für Antonio Gaudí ist es wichtig gewesen, dass der Montjuïc um um einen halben Meter höher ist als die Basilika, weil sich niemand über Gottes Werk erheben darf. Der fast 100 Tonnen schwere Kreuz aus Stahl und Glas, der den Turm krönt, wurde übrigens von einem Stahlbauunternehmen im bayerischen Gundelfingen erstellt.
Im Inneren der Basilika
Das Innere der Basilika finde ich fast schon beeindruckender als die Fassade. Das fünfschiffige Langhaus erinnert an einen Laubwald und die farbenfrohen Glasfenster verwandeln das Innere in eine Märchenwelt. Gaudí hat auch mit farbigen Keramik-Fliesen oder Keramik-Bruch gearbeitet, eine Referenz an die Tradition seiner Heimat Katalonien.
Auch diese Fotos sind im Sommer 2013 entstanden.
Die Lichtreflexionen können je nach Sonnenstand überall in der Kirche beobachtet werden. Es ist ein beeindruckendes Spiel aus Farbe und Schatten.
Papst Leo XIV. hat in seiner Predigt zur Weihe des Jesus-Christus-Turmes treffend gesagt, die Basilika sei ein Meisterwerk aus „Steinen, Farben und Licht“.
Der katalanische Modernisme
Der am 25. Juni 1852 in Reus geborene Antoni Gaudí i Cornet gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Modernisme, einer Kunstrichtung aus Katalonien, die sich der Erneuerung der Kunst verschrieben hat. Eine große Ähnlichkeit besitzt die Bewegung auch mit dem deutschen Jugendstil oder dem französischen Art nouveau. Wichtig ist eine Abkehr von veralteten Mustern gewesen.
Die Anleihen aus der Natur und die Verweise auf die mittelalterliche, katalanische und arabische Kunstgeschichte, wie in der Sagrada Família, sind typisch für den Modernisme. Trotzdem überwindet dieser Kunststil die Vergangenheit und bringt einen frischen Wind in die Kunst, was damals auch eine politische Dimension bedeutet hat.
Antoni Gaudí
„Originalität besteht darin, zum Ursprung zurückzukehren“, hat Gaudí gesagt. Dieser Gedanke ist in vielen seiner Werke erkennbar. Insbesondere die ständigen Verweise auf die Natur sind ein wichtiges Bestandteil seines Schaffens.
Neben der Sagrada Família entwarf Gaudí auch viele weiteren Gebäude, alleine sieben seiner Gebäude in Barcelona gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe: Sagrada Família, Krypta der Colònia Güell, Park Güell, Casa Milà („La Pedrera“), Casa Batlló, Palau Güell und Casa Vicens.
Außerhalb von Barcelona habe ich noch den Palacio de Gaudí in Astorga oder Casa Botines in Leon gesehen. In Leon habe ich 2021 vor der Casa Botines die Statue mit dem sitzenden Gaudí fotografiert.
Die Sagrada Família ist Gaudís Lebenswerk gewesen. Er hat insgesamt mehr als 40 Jahre seines Lebens mit dem Bau der Basilika verbracht. Er heißt, er hat geahnt, das er die Fertigstellung nicht erleben wird, weil er gemerkt hat, dass die Basilika ein Mammutprojekt ist. „Mein Auftraggeber hat keine Eile“, soll er über den Bau des Gotteshauses gesagt haben. Damit hat er Gott gemeint.
Leider hat er wie von ihm vermutet die Fertigstellung tatsächlich nicht erlebt, weil er am 7. Juni 1926 auf dem Weg zu seiner Baustelle von einer Straßenbahn erfasst wurde. Drei Tage später, vor genau 100 Jahren, starb er zu jung an den Folgen des Unfalls. Gaudí wurde feierlich in der Krypta seiner Basilika begraben.
Ich denke, der katalanische Architekt hätte sich gefreut, wenn er sehen würde, dass seine Basilika an seinem Todestag eingeweiht wurde. Derweil wird weiter an Gaudís Lebenswerk nach dessen Ideen und Plänen weitergebaut, eine Fertigstellung der Sagrada Família ist für die 2030er-Jahre geplant.
Quellen
Titelfoto: In der Sagrada Família. Rechte: Dario Schrittweise https://www.tagesschau.de/kultur/100-jahre-antoni-gaudi-100.html (zuletzt aufgerufen am 13.06.26) https://www.casabatllo.es/de/antoni-gaudi/ (zuletzt aufgerufen am 13.06.26) https://www.swr.de/kultur/kunst/sagrada-familia-einweihung-antoni-gaudi-100.html (zuletzt aufgerufen am 13.06.26) https://www.tagesschau.de/ausland/europa/papst-basilika-sagrada-familia-100.html (zuletzt aufgerufen am 13.06.26) https://www.casabatllo.es/de/antoni-gaudi/werke/ (zuletzt aufgerufen am 13.06.26) https://www.casabatllo.es/de/antoni-gaudi/sagrada-familia/ (zuletzt aufgerufen am 13.06.26) https://www.zeit.de/entdecken/reisen/merian/modernisme-kunstbewegung-architektur-katalonien (zuletzt aufgerufen am 13.06.26)
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Hallo Dario
Ich habe mir mal ein Video dazu angesehen.
Wirklich beeindruckend wie die Farben in der Basilika spielen.
Muss man sich wohl mal live ansehen.
Liebe Grüße zu dir.
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Guten Abend Nati, ja, das kann ich auf jeden Fall empfehlen. Die Basilika ist beeindruckend und Barcelona immer wieder besuchenswert. Liebe Grüße, Dario 🙂
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