50 Millionen gepflanzte Bäume von Ecosia

In den Medien scheint es in den letzten Jahren häufig nur noch negative Nachrichten zu geben: Naturkatastrophen, Kriege, Terrorismus, Umweltverschmutzung, Kriminalität und andere Themen beherrschen die Berichterstattung. Ich finde diese Nachrichten auch sehr wichtig und richtig, nur beschleicht mich manchmal das Gefühl, dass heutzutage der Fokus auf negativen Nachrichten liegt. Da stellt sich für mich die Frage, ob derartige Nachrichten bevorzugt werden, weil sie eher Aufmerksamkeit erregen und somit mehr Geld einbringen als andere Themen. Ich finde es jedoch erstrebenswert, auch über positive Ereignisse zu schreiben.

Ein Beispiel für eine gute Nachricht ist die Geschichte hinter Ecosia, der alternativen Suchmaschine, die am 13.02.2019 die magische Zahl von 50.000.000 gepflanzten Bäumen erreicht  hat, die von den Suchanfragen finanziert wurden.

Bis zum Erreichen dieser Zahl sind seit der Gründung einige Jahre vergangen. Die „Robin-Hood-Suchmaschine“, wie Geo sie einst bezeichnet hatte, wurde im Dezember 2009 im Rahmen der Kopenhagener UN-Klimakonferenz in Betrieb genommen. Seitdem wurde sie stets weiterentwickelt. Ihr Gründer und Geschäftsführer, Christian Kroll, hatte bereits drei anderen ökologischen Suchmaschinen „znout“, „OneCentPerSearch“ und „Forestle“ entwickelt. Seit 2011 ist Forestle ein Teil von Ecosia.

Die Betreiberin Ecosia, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), spendet 80 Prozent des Einnahmeüberschusses für gemeinnützige Naturschutzorganisationen, z. B. aktuell in Burkina Faso, Brasilien, Peru, Nicaragua, Indonesien, Madagaskar, Marokko, Äthiopien oder Tansania. Die Einnahmen werden durch Schaltung von Werbung generiert. Laut Ecosia helfen die Nutzerinnen und Nutzer auch, sogar wenn sie einen Werbeblocker verwenden und nie auf eine Werbeeinblendung klicken, denn je mehr Menschen die Suchmaschine benutzen, desto bedeutender wird sie für die Werbetreibenden.

Ecosia verspricht zudem mehr Datenschutz für seine Nutzerinnen und Nutzer, so werden beispielsweise keine persönlichen Nutzerprofile erstellt, die Daten der Suchanfragen werden nicht an Werbetreibende verkauft und die Suchanfragen werden verschlüsselt.

Für Schlagzeilen sorgte Ecosia am 9. Oktober 2018, als sie RWE ein öffentliches Kaufangebot in Höhe von 1 Million € für den Hambacher Forst unterbreitete, den der Energiekonzern ablehnte. Derzeit ist noch offen, ob Ecosia ihr Angebot erhöhen wird.

Aber auch bei Ecosia ist nicht alles Gold, was glänzt. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin betreibt zwar die eigenen Server mit Ökostrom von Greenpeace Energy, weil aber die Suchergebnisse und die Suchanzeigen von Bing kommen, muss das Unternehmen die CO2-Emissionen durch Kauf von Emissionszertifikaten kompensieren. Besser und „grüner“ wäre natürlich keinen oder noch weniger CO2-Ausstoß zu produzieren.

Die Frage stellt sich auch, wie die Zahlen der gepflanzten Bäume zustande kommen. Der Ecosia-Effekt funktioniert so: Neben den Suchergebnissen erscheinen Werbeeinblendungen des Kooperationspartners und Suchmaschinenbetreibers Bing. Für jeden Klick auf die eingeblendeten Anzeigen bekommt Ecosia Einnahmen, deren Überschuss das Unternehmen zu 80% an Projekte von Naturschutzorganisationen spendet. Laut eigenen Angaben braucht Ecosia derzeit etwa 40 Suchanfragen und umgerechnet 1,1 Sekunden, um einen Baum zu finanzieren. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen Schätzwert.

Am 13.02.2019 haben die Ecosia-Nutzer mit ihren Suchanfragen die Zahl von 50 Millionen gepflanzten Bäumen überschritten. Diese Grenze ist etwas Besonderes, keine Frage. Gleichzeitig ist es aber auch klar, dass die Verwendung von Ecosia nur ein Puzzleteil auf dem Weg zu einem umweltbewussteren Leben sein kann. Dies soll nicht als Ersatz für sonstiges Engagement für mehr Umweltschutz im Alltag betrachtet werden, sondern nur als Ergänzung. Der Ansatz ist nicht perfekt, aber ein Anfang. Genauso ist beispielsweise das aktuelle Volksbegehren „Artenvielfalt“ in Bayern nur als ein Mosaikstein, ein erster Schritt, zu betrachten. Jeder kann und sollte darüber hinaus auf seine Weise täglich etwas für den Umweltschutz tun.

Ecosias selbsterklärtes Ziel lautet, bis zum Jahr 2020 1 Milliarde Bäume zu pflanzen. Ich denke, diese Zahl könnte zumindest annähernd erreicht werden, wenn wir uns vor Augen halten, dass die Nutzer der Suchmaschine im April 2018 geholfen haben, 25 Millionen Bäume anzupflanzen. Wollen wir Ecosia dabei unterstützen?

Wer mehr über Ecosia erfahren oder die Suche verwenden möchte, kann dies auf der Startseite der Suchmaschine unter „www.ecosia.org“ tun. Interessant finde ich auch das Ecosia-Video „Wie 50 Millionen Bäume die Welt verändert haben„, Dauer: 6:14 Minuten (deutsche Untertitel können eingeblendet werden).

Quellen

Titelfoto: "Frühlingswiese", Fotoreche: Dario schrittWeise

https://www.sueddeutsche.de/digital/alternative-suchmaschinen-googeln-fuer-den-regenwald-statt-fuer-google-1.2116129-2
https://www.zeit.de/digital/internet/2010-06/ecosia-suchmaschine-oekologisch-klima
https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/5897-rtkl-die-robin-hood-suchmaschine
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ecosia-will-rwe-den-hambacher-forst-abkaufen-a-1232263.html
https://de.blog.ecosia.org/50-grunde-ecosia-zu-nutzen/
https://de.blog.ecosia.org/fast-50-millionen
Video: "Wie 50 Millionen Bäume die Welt verändert haben", 6:14 Minuten, Quelle: https://ecosia.co/50Mnotif, Videorechte: Ecosia GmbH 

22 Kommentare zu „50 Millionen gepflanzte Bäume von Ecosia

Gib deinen ab

  1. Hallo Dario,
    Ecosia habe ich in meinem Browser als Hauptsuchmaschine eingestellt. Denn Googe steckt schon überall dazwischen. Im Prinzip entwickelt sich Ecosia für alle Umwelt- und Klimaschützer zum Muss.
    Herzlichen Dank auch für Deinen Like zu meinem letzten Beitrag über den FSC. Ein heisses Thema, das bei der Recherche immer mehr dunkle Fakten freilegte und mich zum Staunen brachte.
    Dir ein fröhliches Wochenende vom Paul 😊

    Gefällt 3 Personen

  2. Toller Beitrag! Habe zuvor noch nicht von dieser Suchmaschine gehört! Werde sie künftig bevorzugt nutzen. Ich ärgere mich schon lange darüber, dass sich trotz erkanntem Problem so wenig auf dem Sektor von Klima- und Umweltschutz tut. Auch wenn man im Kleinen Veränderungen bemerkt. In meinem Supermarkt wird Obst und Gemüse zunehmend lose angeboten und an der Käse- und Fleischtheke werden Tupperdosen akzeptiert (auch Plaste, hat man aber sein ganzes Leben😉)! Dennoch ist das zu wenig. So lange die entwickelten Gesellschaften auf Wirtschaftswachstum drängen, werden wir unseren schönen Planeten weiter zerstören! Brauchen wir eigentlich wirklich Wirtschaftswachstum? Dieser Prozess muss umgekehrt werden! Weniger ist mehr!
    In diesem Sinne freue ich mich auf weitere interessante Beiträge.
    Ilona S.

    Gefällt 3 Personen

    1. Hallo Ilona, vielen Dank, ich denke auch, dass wir als Verbraucher und Wähler schon viele Möglichkeiten haben, die erwähnten Missstände zu ändern. Mittlerweile gibt es auch immer mehr Läden und Supermärkte, die verpackungsfreie Waren anbieten. Leider ist es natürlich bequemer und meist billiger, herkömmliche Produkte zu kaufen. Da muss jeder an sich arbeiten, einige positive Tendenzen sind zum Glück schon erkennbar. Beste Grüße, Dario

      Gefällt 2 Personen

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