Die Stufenpyramide von Sakkara

Denkt man an ägyptische Pyramiden, dann kommen einem in erster Linie die Pyramiden von Giseh in den Sinn. Doch in Ägypten gibt es viel mehr Pyramiden. Dazu zählt auch die Pyramide des Königs Djoser in der Totenstadt Sakkara.

Nach der Landung und dem Orientierungstag in Kairo haben wir einen geführten Ausflug nach Sakkara und Giseh unternommen. Hier haben wir zunächst die Stufenpyramide des Königs Djoser besichtigt.

Wegweiser

Sakkara

Die Fülle der historischen Schätze in Ägypten ist riesig. Ständig entdecken Forscher neue Artefakte. Deswegen haben wir uns entschieden, für einige Sehenswürdigkeiten eine geführte Tour zu buchen. Wir haben Glück mit unserer Reiseführerin Mosheira gehabt. Sie war sehr freundlich und zuverlässig, ihre Erklärungen anschaulich und genau. Sie hat uns bereits im Auto auf der Hinfahrt viele Grundlagen erklärt, auf die wir später achten sollten. So haben wir beispielsweise erfahren, dass Sakkara ihren Namen vermutlich dem Totengott Sokar zu verdanken hat.

Die Nekropole der ehemaligen ägyptischen Hauptstadt Memphis liegt etwa 20 Kilometer südlich von Kairo. Hier können viele Tempel, Grabstellen und Pyramiden besichtigt werden. Immer wieder werden hier neue Entdeckungen gemacht. So haben Forschende beispielsweise im Jahr 2022 in der Nähe der Teti-Pyramide mehr als 300 Sarkophage, Mumien und mehrere Statuen entdeckt.

In Sakkara haben wir mit unserer Reiseführerin das Areal der Pyramide betreten. Das Besondere ist zunächst die Eingangskontrolle gewesen. In Ägypten gibt es derzeit vor den Museen und ähnlichen kulturellen und bedeutenden Einrichtungen Personen- und Gepäckkontrollen, die wir so nur von Flughäfen oder in Frankreich von Bahnhöfen kennen. Auch hier müssen die Besucher:innen durch einen Metalldetektor laufen. Die Sicherheitsangestellten tragen sichtbar Maschinengewehre und Pistolen.

Die Eingangshalle

Der Weg zur Pyramide führt zunächst durch einen Säulengang. Hier läuft man an Säulen mit Pflanzenmustern vorbei. Die Spannung ist bei mir bereits hier gestiegen.

Da wir am Vormittag in Sakkara (Saqqara) gewesen sind, haben sich rund um die Pyramide nicht so viele andere Touristen getümmelt. Schon einige, aber ich habe mit viel mehr gerechnet. Die meisten kommen am Nachmittag, weil sie dann mit Bussen aus Kairo, Hurghada und anderen Großstädten kommen.

Djoser-Pyramide

Danach gelangt man zum Südhof vor der Djoser-Pyramide. Hier erscheint die ca. 62 Meter hohe Pyramide in vollem Umfang. Sie diente als Vorbild für die späteren Pyramiden.

Für mich war es ein besonderes Erlebnis, weil es meine erste Pyramide gewesen ist, die ich live gesehen habe.

Die Stufenpyramide ist die älteste bekannte Pyramide in Ägypten und zählt zu den ältesten monumentalen Steinbauten Ägyptens und wohl darüber hinaus. Sie wurde ca. 2650 vor Christus errichtet, der Auftraggeber war der ägyptischen König Djoser der 3. Dynastie. Die Wissenschaftler:innen vermuten, dass der Baumeister der berühmte Architekt und Wesir Imhotep gewesen ist.

In Sakkara gibt es weitere Gräber und Pyramiden, doch die Djoser-Pyramide ist die bedeutendste. Sie gehört seit 1979 unter der Bezeichnung „Memphis und seine Nekropole – die Pyramidenfelder von Gizeh bis Dahschur“ zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Im Untergrund

Wir haben uns auch die unterirdischen Gänge angesehen, die vermutlich für rituelle und religiöse Praktiken genutzt wurde. Es gibt aber auch eine weitere Theorie über den Zweck der Gänge, auf die ich weiter unten eingehen werde. Das Gefühl ist überwältigend gewesen, unterhalb einer Pyramide gewesen zu sein.

Die Tempelstadt Naga im Sudan

Bei den Pyramiden habe ich auch an die Tempelstadt Naga im Sudan gedacht. Der Einfluss Ägyptens hat sich damals weit über die heute bekannten Grenzen erstreckt. So gibt es auch im heutigen Sudan Pyramiden. Darüber habe ich vor einigen Jahren einen Blogbeitrag geschrieben.

Der Bau der Pyramiden

Bis heute ist es nicht vollständig geklärt, wie die Ägypter ihre Pyramiden gebaut haben. Es gibt viele Theorien und Erklärungsansätze, doch die Details der Bautechniken können nur schwer rekonstruiert werden. Die bekannteste Theorie handelt von Rampen und vielen Menschen, die die Steinblöcke gezogen haben. Vermutlich waren die Arbeiter keine Sklaven, wie oft gesagt, sondern tatsächlich mehrere Tausend Fachkräfte, die reichlich entlohnt worden sind. Zudem ist es wohl eine Ehre gewesen, am Bau des Pharaonengrabes mitzuarbeiten.

In Sakkara haben Wissenschaftler mehrere Kanäle und Staubecken entdeckt, die mit einem nahegelegenen Fluss verbunden gewesen sind. Mit diesem Kanalsystem könnten die Erbauer das Flusswasser in die Pyramide geleitet haben, um mit dem Wasserdruck die Steinblöcke in die Höhe zu heben. Darüber hat die Zeitschrift Plos One berichtet. Es bleibt aber vorerst eine weitere Theorie, die noch bestätigt werden muss.

Wie auch immer die alten Ägypter die Pyramiden gebaut haben, für mich stellen sie ein faszinierendes Beispiel für die Ingenieurskunst der damaligen Zeit dar.

Später an jenem Tag sind wir noch zu den Pyramiden von Giseh gefahren, die nur 15 Kilometer von Sakkara entfernt sind. Aber darüber werde ich in einem anderen Blogbeitrag schreiben.

Quellen

Titelfoto: Djoser-Pyramide in Sakkara
https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2023/04/koenige-beamte-und-heilige-tiere-die-mumien-der-aegyptischen-totenstadt-sakkara(zuletzt abgerufen am 04.06.25)
https://www.deutschlandfunknova.de/nachrichten/pyramiden-die-aufzuege-der-alten-aegypter(zuletzt abgerufen am 04.06.25)
https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0306690(zuletzt abgerufen am 04.06.25)
https://whc.unesco.org/en/list/86(zuletzt abgerufen am 04.06.25)
https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2022/11/geheimnisvoller-pyramiden-fund-aegypten-wer-war-koenigin-neith-sakkara-ausgrabung(zuletzt abgerufen am 06.06.25)

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8 Antworten auf „Die Stufenpyramide von Sakkara

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  1. Greetings Dario, what an incredible journey! I’m so jealous, haha. 🙂 I can’t imagine being beneath a pyramid, that’s amazing. Love the photos. I’ve read that people can feel the past of a place when they visit, especially if there’s a lot of history there, was it like that for you in Egypt?

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    1. Greetings Kirsten, yes, I was trying to imagine that. How people in traditional clothes were walking around, workers building the temples and pyramids, carving the hieroglyphs, forming the sculptures… I was enjoying the visit a lot. Best wishes, Dario 🙂

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  2. Das war offensichtlich eine wunderbare Reise durch das geheimnisvolle Land Ägypten, lieber Dario. Vielen herzlichen Dank für diesen Reisebericht, der reich an Informationen aller Art ist.
    LG und erholsame Pfingsten. Sophie Mai

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