Ein Junge scheint zu träumen. Warum sollte er sich pausenlos mit ernsten Dingen beschäftigen? Zumindest für einen Augenblick kann er in seine Gedankenwelt versinken.
Die Bronzestatue des „Sinnierenden Knaben“ vom Bildhauer Karl Hemmeter (1904 – 1986) erinnerte mich an die wichtige Fähigkeit des Träumens, die im turbulenten Alltag oft vergessen wird.
Oft haben wir das Bedürfnis, jede Minute mit produktiven Tätigkeiten auszufüllen. Sobald wir scheinbar nutzlose Dinge machen, werden wir ungeduldig. Doch wer bestimmt, was nützlich ist?
Trödeln, bummeln, die Seele baumeln lassen, faulenzen, die Gedanken schweifen lassen … Alle diese Ausprägungen des Träumens geraten in den Hintergrund. Doch gerade diese Tätigkeiten oder „Untätigkeiten“ finde ich wichtig.

Müssen wir immer etwas Zählbares hinterlassen? Daten, Fakten, Statistiken, Likes, Follower- und Verkaufszahlen etc.? Reicht es nicht manchmal, ohne zählbaren Ertrag zu bleiben? Zumindest in der Freizeit. Einfach verschnaufen und den Moment genießen.
Das Träumen sollte nicht vernachlässigt werden, wie ich finde. Natürlich ist wie immer eine Balance erstrebenswert. Denn zu viel Träumerei ist auch nicht gut, aber das sollte selbstverständlich sein.
Die Skulptur von Karl Hemmeter ziert die Judengasse in Weißenburg. Sie steht in meinen Augen für die Pausen vom Alltag. Ein wenig erinnert sie mich an mein Gedicht „Himmelsreisen des Träumers„, das ich vor einigen Jahren geschrieben habe.
Titelbild
Foto: Der sinnierende Knabe, Bildhauer: Karl Hemmeter, Fotorechte: Dario Schrittweise
Entdecke mehr von Dario Schrittweise
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Schreibe mir gerne einen Kommentar :-)