Im Roten Moor in der Rhön [1/2]

Zwei Moore laden in der Rhön zum Verweilen ein: Das Rote und das Schwarze Moor. Beide haben ihre speziellen Eigenheiten und herausragende Flora und Fauna, die es wert sind, bewahrt zu werden.

Anfang Mai habe ich mit einem Freund eine Wanderung in der hessischen Rhön unternommen. Übernachtet habe ich in der sehenswerten Stadt Fulda. Jan und ich haben uns am Samstag getroffen, weil er privat einige Tage in der Gegend gewesen ist. Nach einigen Überlegungen, was wir unternehmen könnten, haben wir beschlossen, vom Roten zum Schwarzen Moor zu wandern, so konnten wir uns beide anschauen.

In Moorlandschaften

Vom Roten zum Schwarzen Moor

  • Entfernung: insgesamt ca. 32 Kilometer (Teil 1)
  • Datum: 10.05.25

Die Rhön

Die Rhön ist ein Naturpark und UNESCO-Biosphärenreservat im Dreiländereck Bayern, Thüringen und Hessen. Hier verlief bis 1989 die deutsch-deutsche Grenze. Die Region ist sehr sehenswert und bietet viele Ausflugs- und Wanderziele an.

Beginn am NABU-Haus

Unsere Rundwanderung haben wir am NABU-Haus begonnen. Wir haben davor geparkt und sind gleich zum Roten Moor weitergelaufen. Ein 3 Kilometer langer Rundwanderweg führt durch das Moor.

Das Rote Moor

Das Moor befindet sich im hessischen Teil der Rhön, zwischen den Berggipfeln Wasserkuppe und dem Heidelstein. Mit einer Größe von ca. 314 ha ist es das größte Moor in Hessen und nach dem Schwarzen Moor das zweitgrößte in der Rhön. Hier verläuft auch der berühmte Fernwanderweg Hochrhöner mit dessen Extratour „Rotes Moor“.

Die Entstehung des sogenannten Armmoores oder Regenmooores begann nach der letzten Eiszeit vor ca. 12.000 Jahren. Dabei muss ich an die Figur des Löwenmenschen denken, den ich in Ulm gesehen habe, die in der Eiszeit aus einem Mammutstoßzahn geschnitzt wurde.

Da seit 1809 hier 175 Jahre der Torf abgebaut wurde, wurde das Moor stark gefährdet. Erst im Jahr 1979 wurde es als Naturschutzgebiet Rotes Moor ausgewiesen. Danach begann gleich die Renaturierung, die in den letzten Jahren wieder verstärkt wurde.

Der Schutz der Moore ist auch wichtig für den Klimaschutz, weil Moore viel Kohlendioxid speichern und Lebensräume für die gefährdeten Tier- und Pflanzenarten bieten.

Es war mein zweiter Besuch im Roten Moor gewesen, zum ersten Mal war ich im Januar 2022 dort gewesen. Damals war es kalt und es hatte geschneit, was für einen schönen Anblick gesorgt hatte.

Am Anfang liefen Jan und ich am Stausee des Roten Moores vorbei. Das Wasser war kristallklar gewesen.

Ein Bohlenweg führt durch das Moor. Auf diese Weise bleiben die Besucher:innen auf dem vorgegebenen Weg und zerstören nicht die Natur. So bleiben sie auch selbst in Sicherheit. Es ist ein schöner Rundweg, der wieder zurück zum Eingang führt. Der Wald war zauberhaft an dem Tag, die Pflanzen blühten und die Sonne spendete uns Wärme und Licht.

Das Moor beherbergt viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Karpatenbirken sind hier stark vertreten. Das Wollgras ist mir von der Hornisgrinde in Erinnerung geblieben. Auch Fettkraut, Rundblättriger Sonnnentau, Besenheide, Heidelbeere und Rauschbeere sind hier beheimatet. Zu den Tierarten gehören das Birkhuhn, die Sumpf- und Alpenspitzmaus, der Baummarder, die Zwergschnepfe, Wiesenpieper und Bekassine und viele andere.

Nach ungefähr einem Drittel des Weges erreichten wir den Aussichtsturm. Von oben konnten wir die ganze Umgebung überblicken. Auf dem Weg sorgt ein Baum für erstaunte Blicke, weil seine Baumkrone eine fast kreisrunde Form gebildet hatte.

Da der Rundweg im Roten Moor mit 3 Kilometern vergleichsweise klein ist, kamen wir schnell wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Zwischen den Mooren

Der Wanderweg zwischen den beiden Mooren ist auch spannend gewesen, doch die Höhepunkte sind natürlich die beiden Moore gewesen.

Unterwegs liefen wir an einer Schaf- und Kuhherde vorbei. An einer Stelle kreuzte ein Bach unseren Weg, so dass wir drüber springen mussten.

Moore als Inspirationsorte

Moorlandschaften finde ich faszinierend. Diese auf den ersten Blick unwirtlichen Orte, die doch ein blühendes Leben ermöglichen. Oft wachsen hier Pflanzen, die woanders selten oder gar nicht vorkommen. Auch die nebligen Tage wirken sich inspirierend auf die Fantasie aus. Über die fiktiven Moorwesen habe ich bereits Gedichte und einen Blogbeitrag geschrieben.

Im zweiten Teil meines Rückblicks erzähle ich über unseren Besuch im Schwarzen Moor.

Quellen

Titelfoto: Im Roten Moor, Rechte: Dario Schrittweise
https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/mensch/tourismus-gastronomie-und-erholung/schaetze-der-rhoen/das-rote-moor (zuletzt abgerufen: 22.09.25)
https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/mensch/tourismus-gastronomie-und-erholung/schaetze-der-rhoen/das-schwarze-moor (zuletzt abgerufen: 22.09.25)
https://wasserkuppe-rhoen.de/rotes-moor/(zuletzt abgerufen: 27.09.25)
https://www.nabuhausamrotenmoor.de/das-rote-moor/was-ist-ein-moor/(zuletzt abgerufen: 27.09.25)

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2 Antworten auf „Im Roten Moor in der Rhön [1/2]

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