Vor 200 Jahren, im Jahr 1826, hat der französische Erfinder Joseph Nicéphore Niépce eine erste Heliografie angefertigt. Heute gilt seine Aufnahme „Blick aus dem Arbeitszimmer von Le Gras“ als die erste offizielle und bis heute erhaltene Fotografie der Mediengeschichte.
Mehr darüber könnt ihr in meinen Blogbeitrag über das erste Foto von Niépce lesen. Darin schreibe ich auch über die Vorläufer wie die Camera obscura und Laterna magica.
Weitere Blogbeiträge über die Fotografie
- Joseph Nicéphore Niépce und die erste Fotografie
- Der Erfinder der Fotografie
- 5 Minuten Wissenschaft: erste Fotografie
- Cyanotypie – zeichnen mit Licht
Die Entwicklung der Fotografie
Im Jahr 1829 hat Niépce mit dem Bühnenmaler Louis Jacques Mandé Daguerre eine Partnerschaft geschlossen, um seine fotografische Technik zu verbessern. Niépce ist jedoch am 5. Juli 1833 gestorben, bevor sie dieses Vorhaben umgesetzt haben.
Sechs Jahre danach, am 19. August 1839, hat Daguerre seine Daguerreotypie vorgestellt. Niépce und seine Erfindung hat die Weltöffentlichkeit damals beinahe vergessen, doch seine Heliografie gilt heute als die erste Fotografie.

Von Joseph Nicéphore Niépce – Rebecca A. Moss, Coordinator of Visual Resources and Digital Content Library, via email. College of Liberal Arts Office of Information Technology, University of Minnesota. http://www.dcl.umn.edu, Gemeinfrei, Link
Weitere Meilensteine
Eine interessante Technik ist auch die Cyanotypie gewesen, die 1842 der englische Naturwissenschaftler und Astronom Sir John Herschel erfunden hat. Es ist das dritte Verfahren nach der Daguerreotypie und Talbotypie bzw. Kalotypie zur Herstellung stabiler fotografisch hergestellten Bilder gewesen. Herschel hat dafür mit der Lichtempfindlichkeit von Eisensalzen und UV-Bestrahlung experimentiert. Entstanden sind die ersten Cyanotypien.
Ich habe auch einige Cyanotypien erstellt, beispielsweise diese hier.

Im Laufe der Jahre hat es viele weitere Meilensteine in der Geschichte der Fotografie gegeben. Dazu zählen beispielsweise die Entwicklung der immer schnelleren Verfahren, die analoge Farbfotografie und schließlich die digitale Fotografie.
Aus der Fotografie ist auch der Stummfilm entstanden, der dann seinen eigenen Weg weitergegangen ist. Auguste Lumière (1862 – 1954) und sein Bruder Louis Lumière (1864 – 1948) gelten als die Erfinder des Kinos. Die Gebrüder Lumière haben 1895 die erste Filmkamera und den ersten Filmprojektor entwickelt. Die von ihnen 1907 erfundene Methode „Autochrome“ gilt als das „erste kommerzielle Farbfotoverfahren“.
Fotografie gestern und heute
Heute ist in erster Linie digitale Fotografie verbreitet. Ich erinnere mich noch gut an die Zeit des Farbfilms, den man nach dem Fotografieren zum Fotografen oder später in einen Drogeriemarkt zum Entwickeln bringen musste. Die digitale Fotografie hat auch unseren Umgang mit den Fotos verändert.
Die Fotoapparate sind früher auch schwerer und teurer gewesen. Anfangs hat man minutenlang bewegungslos vor der Linse ausharren müssen. Im Laufe der Zeit sind die Geräte günstiger und kompakter geworden. Und inzwischen hat fast jeder eine Kompaktkamera oder ein Smartphone mit integrierter Fotografie-Funktion.
Wir lassen heute Kameras fliegen, sie tauchen mit uns in die Tiefen des Ozeans und nehmen mikroskopisch kleine Teilchen und Organismen auf: Es gibt scheinbar keine Grenzen, wenn es um die Weiterentwicklung der Fototechnik geht.
Angst vor neuen Medien
Auch in der Anfangszeit der Fotografie befürchtete man, dass sie viele Arbeitsplätze vernichten würde. Insbesondere unter den bildenden Künstler/-innen ging die Angst um, dass die Fotografie die Malerei ablösen würde, was allerdings bis heute nicht passiert ist.

Neue Medien gehen fast immer mit einer gewissen Skepsis und Ängsten einher. So ist es eben auch mit der Fotografie gewesen. Doch heute existiert sie gleichberechtigt neben den anderen Medien und Künsten.
Die Zukunft der Fotografie
Was bringt die Zukunft der Fotografie? Die rasende Entwicklung der Künstlichen Intelligenz beeinflusst die klassischen Medien wie die Fotografie und den Film. Auch die Malerei und Zeichnung kann von der KI simuliert werden.
Doch ich denke, dass es auch in der Zukunft klassische Fotografie geben wird. Zumindest in digitaler Form. Vermutlich sogar für die nächsten 200 Jahre.
Quellen
Titelbild: Alte Kameras, Rechte: Dario Schrittweise https://www.geo.de/wissen/forschung-und-technik/das-erste-foto-der-welt---die-geschichte-der-fotografie-34286542.html (zuletzt aufgerufen am 21.03.26) https://www.deutschlandfunk.de/joseph-nicephore-niepce-der-heimliche-erfinder-der-100.html (zuletzt aufgerufen am 21.03.26) https://wp.radiertechniken.de/cyanotypie-uebersicht/handout-zur-imta-2013/(zuletzt aufgerufen am 21.03.26)
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Lieber Dario, danke für Deine Geschichte der Fotografie, Erfahrungen und Überlegungen. Ich freue mich immer wieder über Deine Aufnahmen hier im Blog. Gute Frühlingszeit, die zum Fotografieren anregt, herzlich Bernd
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