Die Straße der Menschenrechte von Dani Karavan

Drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und drei Jahre nach der Gründung der Vereinten Nationen (UNO), am 10. Dezember 1948, verabschiedete die UN-Vollversammlung die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ohne Gegenstimmen. Eines der Hauptziele der Menschenrechte ist „die Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten für alle ohne Unterschied […] des Geschlechts, der Sprache oder der Religion zu fördern und zu festigen“. Auf ihnen basieren zwei verbindliche Menschenrechtspakte, „der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte“ sowie der „internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte“, die 1977 in Kraft traten.

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Im Rahmen der Umgestaltung des Germanischen Nationalmuseums wurde am 24. Oktober 1993 in Nürnberg, der Stadt, die unter anderem durch die Reichsparteitage und die Nürnberger Prozesse einen besonderes geschichtsträchtigen Bezug zum Zweiten Weltkrieg hat, die Straße der Menschenrechte von Dani Karavan eingeweiht.

Der 1930 in Tel Aviv geborene Bildhauer schuf bereits mehrere ähnliche begehbare Kunstwerke, die sich mit der Einhaltung der Menschenrechte und der israelischen Geschichte beschäftigen. So auch die über 100 Meter lange Straße der Menschenrechte. Darin tragen 27 acht Meter hohe Säulen jeweils einen verkürzten Menschenrechtsartikel, in deutscher und einer anderen Sprache. Ein Baum steht symbolisch für alle anderen Sprachen.

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Dieses Jahr feierte die Stadt Nürnberg das 25. Jubiläum des Kunstwerks. Bei der Einweihungszeremonie am 24. Oktober 1993 sagte Dani Karavan: „Ich frage mich: Zeigt nicht die Tatsache, dass dieses Werk sich nahe dem Ort der Reichsparteitage befindet, den Sieg des Menschen über den Nazismus?“ Der israelische Künstler ist Jurymitglied des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises und seit 2018 Ehrenbürger der mittelfränkischen Stadt.

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Wie ist es heute, genau 70 Jahre nach der Erklärung der UN-Vollversammlung, um die Menschenrechte bestellt? Dafür reicht ein Blick ungefähr fünf Meter außerhalb der Straße der Menschenrechte in der Karthäusergasse. Dort wurde im April 2012 ein Mahnmal mit der Erklärung der Städte Nürnberg, Hamburg, München, Rostock, Dortmund, Kassel und Heilbronn aufgestellt. Die Initiative gedenkt der zehn Opfer der neonazistischen Morde zwischen 2000 und 2007 und bezeichnet sie als „Morde aus Menschenverachtung“. Zugleich betont die Erklärung auch, dass sich derartige Verbrechen niemals wiederholen dürfen.

Leider werden Menschen täglich überall auf der Welt ermordet, verletzt, aus ihrer Heimat vertrieben oder beispielsweise aufgrund ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechtes, ihres Alters oder ihrer Religion diskriminiert. Noch sind die Menschenrechte nicht selbstverständlich. Hoffentlich lernen wir Menschen eines Tages aus den Fehlern der Vergangenheit und achten mehr auf die Rechte anderer Menschen, damit die Erklärung der Vereinten Nationen für alle mehr als nur ein Lippenbekenntnis wird.

Quellen

https://www.br.de/franken/inhalt/zeitgeschichte/25-jahre-strasse-der-menschenrechte-nuernberg-dani-karavan-102.html

https://www.br.de/nachrichten/bayern/singen-zwischen-saeulen-25-jahre-strasse-der-menschenrechte,R7K94qx

https://www.br.de/nachricht/mittelfranken/inhalt/israelischer-kuenstler-dani-karavan-wird-ehrenbuerger-nuernbergs-100.html

2 Kommentare zu „Die Straße der Menschenrechte von Dani Karavan

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    1. Hallo LuxOr, 

      danke dir für die interessante Frage. Ich denke, jeder sollte sie für sich selbst beantworten. Soll ich meinen Nachbar verurteilen, ignorieren und meiden, wenn er sich falsch verhält? Oder soll ich lieber Kontakt zu ihm suchen und versuchen, seine Beweggründe zu verstehen? Ich würde auch nicht bestimmte Länder anprangern, sondern zunächst die bestehenden Strukturen. Denn wie verhält es sich mit den Ländern, die Menschenrechtsverletzungen indirekt begünstigen? Dabei denke ich beispielsweise an Waffenexporte an kriegstreibende Regierungen, Unterstützung der Kinderarbeit, Lohnsklaverei, allgemeine Kriegs- und Fluchtursachen… Soll man in solchen Ländern Urlaub machen? Ich kann auch keine Patentrezepte liefern, aber auch nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Ich versuche, ein Lernender zu sein, der sich Gedanken macht und sich Fragen stellt… Liebe Grüße, Dario 🙂

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