Jakobsweg: der Anfang

Meine Begeisterung für den Jakobsweg begann 2015, als zwei Freunde mich gefragt haben, ob ich sie im August einen Abschnitt des spanischen Jakobsweges begleiten möchte. Sie sind rund einen Monat auf dem ungefähr 860 km langen Camino del Norte gepilgert.

Strand kurz nach Tapia (Foto: SchrittWeise)
Strand westlich von Tapia, Camino del Norte (Foto: SchrittWeise, 2015)

Auf dem Camino del Norte

Camino del Norte beginnt im Baskenland in den französisch-spanischen Grenzstädten Hendaye und Irun und verläuft entlang der spanischen Nordküste nach Santiago de Compostela ¹. Ich holte meine Freunde in Tapia de Casariego im Nordwesten Asturiens ein, wo ich gleich in meiner ersten Pilgerherberge übernachten durfte. Die Besonderheit der Unterkunft ist die atemberaubende Küstenlage, mit der sie gesegnet ist.

Der Blick von der Pilgerherberge in Tapia (Foto: schrittWeise 2015)
Blick von der Pilgerherberge in Tapia de Casariego, Spanien (Foto: schrittWeise, 2015)

Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich gleich beim ersten Versuch Santiago erreichen werde. Meine Pilgerreise begann mit kleineren Hindernissen, bald gewöhnte ich mich aber an den leicht ritualisierten Tagesablauf am morgen und am Abend sowie daran, an einem Tag Entfernungen zurückzulegen, die ich mir vorher nicht erträumt habe. Zumindest nicht mit meinem altgedienten Rucksack und Wanderschuhen.

8 Tage und 200 km später fanden wir uns auf der Plaza del Obradoiro („obradoiro“ bedeutet auf Galicisch „Werkstatt“, dort haben früher die Steinmetze gearbeitet²) vor der Jakobskirche in Santiago de Compostela wieder. Ich war müde, habe meine alten Wanderschuhe zerschlissen, fühlte mich aber glücklich, den Weg auf mich genommen zu haben. Aber das ist eine andere Geschichte….

Schlechtes Wetter auf dem Camino im August (Foto: schrittWeise, 2015)
Ein seltenes Bild: schlechtes Wetter im August auf dem Camino (Foto: schrittWeise, 2015)

Faszination Jakobsweg

Nach meiner Rückkehr nach Deutschland kam in mir der Wunsch auf, mich mit zeitlichen und materiellen Mitteln, die mir zur Verfügung stehen, erneut auf den Weg zu machen. Ich habe beschlossen, den Weg in Etappen zu gehen. Auch der Austausch mit Pilgern, die einen ähnlichen Weg hinter sich gebracht haben, verstärkte diesen Wunsch. Zuerst wollte ich nur einige Kilometer laufen und die Etappen sollten einen oder mehrere Tage betragen. Später änderte ich meine Pläne.

Die Faszination, die der Jakobsweg auf mich ausübt, kann ich nur schwer in Worte fassen. Jedenfalls laufe ich auf dem Jakobsweg mit einem anderen Gefühl als auf einem gewöhnlichen Wanderweg. Wahrscheinlich sind es mehrere Faktoren, die eine Rolle spielen und die alle einen eigenen Blogbeitrag füllen könnten. Einige der Beweggründe sind für mich das Kontemplative, die besonderen Erlebnisse und Begegnungen mit anderen Pilgern und Einheimischen sowie die spirituelle Ebene, die mich beim Pilgern begleitet.

Die richtige Richtung

Damals musste ich mich für einen Weg entscheiden, anfangs wollte ich jedoch zunächst nur sehen, wie weit ich kommen werde. Ich war mir erst unsicher, ob ich den gesamten Weg oder nur ein Teilstück laufen soll. Neben der Jakobskirche in Nürnberg befindet sich ein Wegweiser, der meine erste „Wegkreuzung“ auf dem Jakobsweg verkörpern sollte. Auf dem Wegweiser sind Schildern angebracht, die die Richtung für 3 „effiziente“ Jakobswege aus Nürnberg nach Santiago de Compostela vorgeben:

  1. Von Nürnberg über Ulm, Konstanz und die Schweiz
  2. Von Nürnberg über Rothenburg ob der Tauber, Speyer, Metz
  3. Von Nürnberg über Eichstätt und Ulm/Augsburg

Ich bezeichne sie als „effizient“, weil sie den kürzesten Strecken zum Ziel entsprechen. Bekanntlich finde ich aber kleine Umwege besonderes reizvoll und habe dies in meinen Überlegungen berücksichtigt 😉

Wegweiser an der Jakobskirche, Nürnberg (Foto: schrittWeise)
Wegweiser an der Jakobskirche, Nürnberg (Foto: schrittWeise)

Im zweiten Blogbeitrag zu „meinem“ Jakobsweg werde ich euch verraten, für welchen Weg durch Franken ich mich genau entschieden und was ich auf den einzelnen Etappen erlebt habe.

Fußnoten

¹http://www.camino-del-norte.de/einfuehrung.htm
²http://santiago-online.com/de/Santiago_Kathedrale.php

3 Kommentare zu „Jakobsweg: der Anfang

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  1. Jetzt fang ich endlich mal an zu lesen und es gefällt mir schon jetzt –
    Vor allem auch, wie du da ran gegangen bist –
    Erst mal ein Stückchen in den alten Wanderschuhen…. die meisten machen sich ja direkt am Anfang einen Plan, was wann wie sie erreichen wollen…
    Bin gespannt, wie es weiter geht
    Alles Liebe ❤

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Ananda, vielen Dank. Meine erste Tour war damals relativ spontan. Hinterher war ich dann doch froh, dass ich meine Laufschuhe als Ersatz dabei hatte. Für längere Strecken empfiehlt es sich jedoch, auf gute Ausrüstung zu achten. So habe ich übrigens auch diesen Blog angefangen, schrittweise… 😉 LG

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