Letztes Jahr verbrachte ich mit einem lieben Freund mehrere Tage in Italien. Gemeinsam waren wir in Rom und Vatikan, ich bin später noch nach Siena und für einen Tag nach Bologna weitergefahren.
Einige Erinnerungen an Rom habe ich in Form von kleinen Miniaturen oder Kürzestgeschichten verfasst. Sie sind in diesem Fall autobiographisch gefärbt.
Erinnerungen an Italien
- „…. immer einige Schritte weiter“ [Im Trentino 1]
- Sonnendurchflutete Olivenhaine und verlorene Schafe [Im Trentino 2]
- Riva del Garda mit Seeblick [Im Trentino 3]
- Spatzenfrühstück am Lago di Tenno [Im Trentino 4]
- Reisenotiz aus Trient
- Rendezvous mit einer Smaragdeidechse
- Christi Geburt und Jahreswechsel
- 13 verschollene Kalendertage
Römische Reisenotizen
In den Zugkapseln
An einem lauen Herbstabend am Anfang Oktober stieg ich am Münchner Hauptbahnhof in den Nachtzug, der nach Bologna fuhr. Eine Besonderheit des Zuges der österreichischen Bundesbahn waren kleine Schlafkapseln, die mich an japanische Capsule Hotels erinnerten.
Es war eine kleine Herausforderung, in die schmale Schlafkoje des Nachtzugs zu steigen. Für Menschen mit Klaustrophobie wäre das jedenfalls nichts gewesen. Ich schlief kurz, aber gut. Am Morgen wurde ich früh vom Zugschaffner geweckt, als wir in der Nähe von Bologna angekommen waren.
Der erste Tag in Rom
Nach dem Umstieg in Bologna erreichte ich schließlich Rom.
Mein erster Tag in der ewigen Stadt am Tiber war voller Eindrücke. Es war laut, voll, wuselig. Überall drängten sich viele Menschen und der Verkehr war überbordend.
Da mein Kumpel später ankommen sollte, nahm ich mir die Zeit für die erste Stadtbesichtigung. Meinen Koffer ließ ich bei einer Gepäckaufbewahrung und sah mir später die Überreste der Diokletian-Therme an.
Jenseits des Tiber
Trastevere galt früher als ein Viertel der Arbeiter, Händler und Reisenden. Schon seit der Antike war es beliebt, sogar Julius Cäsar soll hier eine Villa für sich errichten lassen.
Am Ufer des Tibers laden breite Wege zu Spaziergängen, Fahrrad fahren und anderen ähnlichen Aktivitäten ein. Spaßig fand ich es, mit Elektrorollern und Leihfahrädern entlang des berühmten Flusses zu düsen.
„Mach es ihnen nicht zu einfach“
Eine Begegnung in der Innenstadt blieb mir besonders in Erinnerung. An einer Ampel machte mich ein junges Pärchen auf meinen geöffneten Rucksack aufmerksam. Sie sagten mir, ich sollte aufpassen, dass die italienischen Langfinger kein leichtes Spiel hätten.
„Mach es ihnen nicht zu einfach“, sagten sie mir zum Abschied. Vermutlich waren es Rompilger. Zumindest ließ ihre Kleidung darauf schließen: spezielle Mützen, Rucksäcke und T-Shirts, die ich tags zuvor bei anderen Pilgern gesehen hatte.
Nächtliche Spaziergänge in der ewigen Stadt
Anfang Oktober wurde es schnell dunkel. Spätestens gegen 19:30 Uhr ging die Sonne unter. Doch es war schön, kleinere Spaziergänge auf dem Rückweg in die Ferienwohnung zu machen.
Hinter jeder Ecke tauchten kleine Überreste der Antike auf: Hier ein Tempel, dort eine ehemalige Sportstätte oder ein historisches Theater. In Rom war es fast unmöglich, komplett an den Ruinen der vergangenen Jahrhunderte vorbeizukommen.
Ristretto, Corretto, perfetto …?
In den römischen Cafés und Bars kamen uns viele Namen für die kaffeehaltigen Getränke entgegen. Ein wenig erinnerte mich das an Wien, wo es auch viele Kreationen gab. Es hieß, möchte jemand in Italien einen Espresso trinken, sollte man einfach „un Café“ bestellen.
Einmal wollte mein Kumpel ein Wasser zum Espresso trinken. Das war in einem römischen Café jedoch zu kompliziert … Sollte das Wasser in den Kaffee, dann wäre es ein „Americano“, erklärte mir der Kellner. Dazu hätten wir ein Kännchen heißes Wasser bekommen. Doch das wollte mein Freund nicht, sondern nur ein einfaches kleines Glas Leitungswasser dazu. Auch solche Kleinigkeiten führten manchmal eben zu Missverständnissen. Glücklicherweise wurde alles wieder aufgeklärt und wir lachten gemeinsam mit dem Kellner.
Übrigens, möchte man einen Espresso bestellen, könnte man in der rudimentären Variante „Voglio un caffè“ sagen – „ich hätte gerne einen Kaffee“, wie es auf dem unteren Foto steht. Der Rest auf dem Foto bedeutet: „Ein Espresso ist immer eine gute Idee“. Und der durchgestrichene Text lautet: „ich möchte einen guten Morgen (Guten-Morgen-Gruß) und einen Kuss“.
„Romanes domus eunt“
Wenn ich an die Graffiti von Rom denke, kommt mir sofort eine Szene aus dem Film „The life of Brian“ der Komikergruppe Monty Pyton in den Sinn. Darin korrigiert ein römischer Soldat einen Aufständischen, der nachts heimlich „Römer geht nach Hause“ an eine Wand schreiben wollte. Der Wächter fragte in der Filmszene den Untergrundkünstler, wie der Satz korrekt wäre.
Der römische Soldat bemängelte also nicht die revolutionären Bestrebungen hinter dem Satz, sondern die falsche Orthographie des Aufständischen. Mein Lateinlehrer hatte diese Szene geliebt und häufig im Unterricht verwendet.
Via Marguetta – Fellini e amici
Einen weiteren filmischen Bezug hatte ich in der Via Marguetta. In der eher unscheinbaren Straße hatten Federico Fellini und viele andere Künstler:innen gewohnt. Eine Tafel erinnert heute an den berühmten italienischen Regisseur.
Die Straße spielte auch im Film „Ein Herz und eine Krone“ („Roman Holiday“, 1953) von William Wyler eine Rolle. Prinzessin Ann (Audrey Hepburn) entflieht darin ihrem königlichen Leben, der sie bedruckte, und besuchte in der Via Marguetta 51 die Figur Joe, gespielt von Gregory Peck. Doch die Straßennummer 51 konnte ich nirgends finden.
Es ist eine einfache Straße, die nicht jeder Besucher Roms kennt, und trotzdem ist sie voller Geschichte.
Römische Ansichten
Wir sahen uns noch einige Tage in Rom um. Es gab viel zu bewundern und bestaunen. Demnächst werde ich über die weiteren beeindruckenden Orte der ewigen Stadt schreiben, die ich gesehen habe.
Quellen
Titelfoto: Tiber in Rom, Rechte: Dario Schrittweise
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