Rom, die Ewige Stadt – italienische Reisenotizen

La „Città Eterna“ wird Rom auch genannt – die Ewige Stadt, weil sie auf eine wechselvolle Geschichte zurückblickt. Nach der berühmten Sage wurde sie im Jahre 753 v. Chr. von den Zwillingen Romulus und Remus gegründet. Genauer von Romulus, der seinen Bruder Remus im Streit getötet hatte. Im Laufe der Jahrhunderte entstand aus einer kleinen Stadt am Tiber ein riesiges Imperium. Und Rom wurde Caput mundi – „Haupt der Welt“ genannt. Heute können viele der Überreste des einst mächtigen Reiches besichtigt werden.

Mein Reisebegleiter und ich haben in wenigen Tagen in dieser beeindruckenden Stadt viel gesehen und erlebt. Auch diese Reise hatte ein Ende, so dass ich am letzten Tag noch einige besondere Eindrücke der Stadt gewinnen konnte.

Meine Reiseerlebnisse hielt ich wieder in Form von Miniaturen fest.

Erinnerungen an Italien

Rom, die Ewige Stadt – italienische Reiseminiaturen

Negozietto

Am gleichen Tag, an dem wir das Kolosseum, das Forum Romanum und den Palatin besichtigt hatten, betraten wir in der Mittagspause ein Einzelhandelsgeschäft. Es war ein typischer italienischer Laden, ein „Negozietto“.

Im Negozietto arbeiteten eine ältere und eine jüngere Verkäuferin, vermutlich Mutter und Tochter. Und im Nebenraum saß ein kleiner Junge an einem Spielzeugtisch und aß etwas aus einem Kinderteller. Es war vermutlich ein Familiengeschäft und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Und für den Nachwuchs hatten sie auch gesorgt.

Darin ließen wir uns je ein gutes belegtes Brot machen. Ich bestellte ein Vollkornbrot mit Parmaschinken, Pecorino und eingelegter Paprika. Von der Verkäuferin wurde ich freundlich darauf hingewiesen, dass Paprika in Italien „Peperoni“ heißt. Die einzelnen Zutaten wurden einzeln und liebevoll gewogen.

Insgesamt bezahlten wir einen fairen Preis und die Erfahrung war sehr angenehm sowie authentisch, wie mein Kumpel es formuliert hatte. Anfänglich war ich skeptisch und sogar abgeneigt, doch glücklicherweise hatte er mich überredet, weil ich am Ende froh darüber war. Mea culpa!

Die Spanische Treppe

Berühmt ist auch die sogenannte Spanische Treppe. Offiziell heißt sie „Scalinata di Trinità dei Monti“ und verbindet die Piazza di Spagna mit der Kirche Santa Trinità dei Monti. Alle nennen sie aber nur „die Spanische Treppe“, weil sie sich oberhalb des Spanischen Platzes und der spanischen Botschaft befindet.

Bis zur Kirche Santa Trinità die Monti muss man 138 Stufen erklimmen.

Hier blieben wir allerdings nicht lange, weil uns die Treppe schlicht zu voll gewesen war. Außerdem darf man hier auch offiziell nicht sitzen bleiben.

Die Spanische Treppe

Die Spanische Treppe

Das Pantheon

Das Pantheon fand ich ebenfalls als einen sehenswerten Ort in Rom. In der Warteschlange erlebten wir eine unangenehme Situation mit einem der „fliegenden Händler“. Er verkaufte Seidentücher und dabei bedrängte er regelrecht eine wartende Dame. Sie musste mehrmals nein sagen. Ich sagte ihm freundlich, dass es die Dame doch mehrfach abgelehnt hatte und er das bitte respektieren sollte. Daraufhin wurde er ziemlich ungehalten und griff mich verbal an, warum ich mich in seine Geschäfte einmischen würde. Doch er zog bald schimpfend weiter. Ein tolles „Business“ betrieb er da, dachte ich mir nur.

Dafür ist das Pantheon umso beeindruckender gewesen. Weltberühmt ist die Kuppel mit dem Oculus in der Mitte. Für die damalige Zeit war es eine Meisterleistung der Baukunst gewesen, eine derartig große Kuppel mit einer Rundöffnung zu errichten. Durch einen architektonischen Kunstgriff wird das Regenwasser so geschickt abgeleitet, dass der Eindruck entsteht, der Oculus lässt kein Wasser durch. Die Öffnung sollte als mystische Lichtquelle aber auch als praktische Entlastung der Kuppel dienen, weil dadurch das Gewicht weniger wird, das getragen werden muss.

Marco Vipsanio Agrippa ließ das Gebäude zwischen 25 und 27 v. Christus zu Ehren seines Schwiegervaters Augustus errichten. Ursprünglich war es als Tempel für alle Götter gedacht, was sich auch im Namen widerspiegelt. Im Jahr 609 wurde es zur christlichen Basilika S. Maria ad Martyres.

Im Pantheon

Im Pantheon

Die Engelsburg

Das Gebäude, das wir quasi täglich sahen, war die Engelsburg, weil unsere Ferienwohnung in der Nähe gewesen war. Die Burg behielten wir gewissermaßen immer im Blick und überquerten häufiger die gegenüberliegende Engelsbrücke.

Die Engelsburg ist eng mit dem Vatikan verbunden, sogar wörtlich. Auf Italienisch heißt sie Castel Sant’Angelo. Der Name geht auf den Erzengel Michael zurück. Einer Legende nach hatte der Erzengel Michael auf dem damaligen Mausoleum das Ende der Pest in Rom verkündet. Um dieses Ereignis zu ehren, wurde diese Burg errichtet und auf dem Dach wurde eine Bronzestatue des Erzengels angebracht.

Ursprünglich wurde Castel Sant’Angelo als Mausoleum für Kaiser Hadrian erbaut, dann wurde es zur päpstlichen Festung und zum Gefängnis. Heute befindet sich darin ein Museum.

Erst kürzlich wurde der Geheimgang Passetto di Borgo zwischen dem Vatikan und der Engelsburg der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Gang diente als Fluchtweg für den Papst und seine Gefolgschaft.

Bukowski

Mein Kumpel und ich haben in Rom eine Bar aufgesucht, die nach Charles Bukowski benannt wurde. Das erste Mal hat es uns dort so gut gefallen, sodass wir noch zwei weitere Male dort gewesen sind.

Der Schriftsteller Charles Bukowski war für seine direkten und eher rauen sowie teilweise grenzwertigen Kurzgeschichten und Gedichte bekannt. Der amerikanisch-deutscher Autor sorgte regelmäßig für kontroverse Diskussionen über sein Werk. Bis dahin habe ich jedoch noch nichts von ihm oder über ihn gelesen.

An meinem letzten Abend in der italienischen Hauptstadt kam ich alleine nochmal in die Bukowski Bar. Dort habe ich aus nostalgischen Gründen noch einen Sauvignon und einen Montepulciano bestellt.

Nach meiner Rückkehr nach Deutschland habe ich mich ein wenig mit seinem Werk beschäftigt. Ich muss sagen, seine Texte sich teilweise ziemlich grenzwertig, er schreckt auch nicht vor Tabubrüchen. Mein Lieblingsautor wird er jedenfalls nicht.

Volontäre der Schweizer Gardisten

Am zweiten Abend in der Bukowski Bar setzten wir uns zu zwei Schweizern an den Tisch, weil der Laden voll war. Wir haben uns gedacht, dass sie wie wir in Zukunft ausgesehen hatten. Wir sagten uns, dass wir beide so in 25 Jahren sein werden.

Wir kamen mit den beiden ins Gespräch, sie erzählten, dass sie bei der Schweizer Garde als Volontäre in ihrer Heimat arbeiteten. Sie kämen insgesamt 25 Mal nach Rom und jedes Mal sahen sie etwas Neues.

Die Enttäuschung am antiken Hafen Ostia

Eine enttäuschende Erfahrung hatte ich am antiken Hafen. Doch diese Situation war selbstverschuldet. Nachdem ich am frühen Morgen meinen Kumpel zum Flughafen gebracht hatte, wollte ich spontan zum historischen Hafen fahren.

Die Entscheidung, es spontan tun zu wollen, war der erste Fehler. Da ich mich nicht informiert hatte, wusste ich nicht, dass der historische Hafen und der dazugehörige Besucherkomplex montags geschlossen waren. Danach fuhr ich umständlich mit Bus und Bahn nach Rom zurück.

Die Trajan-Säule

Die berühmte Säule von Trajan gehört zu den bedeutendsten und interessantesten Kunstwerken in Rom, dem aber zu wenig Beachtung geschenkt wird.

Da Rom nicht nur ein großes Museum sondern auch eine riesige Dauerbaustelle ist, ständig wird etwas ausgegraben oder restauriert – ist die Säule von einer Baustelle umgeben gewesen.

Es heißt, die römischen Säulen wie die des Trajan beeinflussten die Entwicklung der Bildergeschichten, was später zu den ersten Comics geführt hatte.

Am Trevi-Brunnen

Zu einem Rom-Besuch gehört es auch, Geld in den Trevi-Brunnen zu werfen. Weltbekannt machte diese Praxis eine Szene aus dem Film „La Dolce Vita“ von Fellini.

Wir stellten uns in die Warteschlange und als wir endlich am Brunnen angekommen waren, warfen wir jeweils eine Münze ins Wasser. Der Legende nach, kehrt man dann eines Tages nach Rom zurück.

Ich fragte mich, wie viele Münzen täglich aus dem Trevi-Brunnen gefischt werden. Es sollen wohl deutlich mehr als eine Million Euro pro Jahr sein.

An diesen Ort muss ich aber nicht zurückkehren, weil er voller Touristen gewesen war.

Der Trevi-Brunnen

Der Trevi-Brunnen

Die Papeterie von Donna Federica

In der Via dell‘ Orso, nahe des Campo Marzio, gibt es die Buchbinderei von Mendaia Federica. Sie gilt als eine der besten Buchbindereien der Stadt.

Ich war dort und wollte mir ein Notizbuch binden lassen. Zuerst musste ich ein Muster auswählen. Ich entschied mich für ein Papier mit Segelschiffen. Nachdem ich bezahlt hatte, machte ich mit Frau Federica aus, dass ich bis spätestens 18 Uhr zurückkommen würde.

Theoretisch wäre das Notizheft in ca. einer Stunde fertig, doch ich wollte mir noch die Ausstellung in der Villa Borghese anschauen und der Eintritt war nur bis 16 Uhr möglich. Die Buchhändlerin war mit der Abholzeit einverstanden.

Nachdem ich in der Villa Borghese gewesen war, kehrte ich zurück. Es war bereits 17:20 Uhr. Ich lief durch den Park der Villa Borghese und die halbe Innenstadt. Ich wollte noch einige Ansichten der Stadt genießen. Zum Glück schneite ich nach einem strammen Marsch kurz vor 18 Uhr in die Buchbinderei herein.

Donna Frederica überreichte mir ein schönes Exemplar, das sie vorher künstlerisch verziert und verstärkt hatte.

Die Piazza del Popolo

Auf dem Weg zur Villa Borghese überquerte ich die Piazza del Popolo im Stadtbezirk Campo Marzio. Der etwa 17.000 m² großer Platz gehört zu den meistbesuchten Plätzen in Rom.

Der Name („Platz des Volkes“) geht auf die Kirche Santa Maria del Popolo zurück, die sich ebenfalls dort befindet. Prägend für den Platz sind ein zentraler ägyptischer Obelisk und drei große Brunnen.

Platz des Volkes
Platz des Volkes

Villa Borghese

Von der Piazza dell Popolo ging ich über eine Treppe in den weitläufigen Park der Villa Borghese auf dem Pincio-Hügel. Dort unterhielten mehrere Gaukler und Musiker die Passanten. Ein Aussichtspunkt bot einen tollen Ausblick über die Piazza del Popolo und einen Teil des historischen Roms. Von dort aus erreichte ich schnell die Villa Borghese mit der berühmten Kunstgalerie.

Nach einer längeren Wartezeit besichtigte ich die Galleria Borghese mit den vielen beeindruckenden Skulpturen, Gemälden, Zeichnungen und anderen Arbeiten der berühmten Künstler wie Bernini, Raphael, Caravaggio, Tizian, Canova etc.

Villa Borghese

Villa Borghese

Der letzte Tag

Der letzte Tag in Rom hatte eine traurige Note. Es ist an der Zeit gewesen, sich von der Ewigen Stadt am Tiber zu verabschieden. Ich machte noch einen ausgedehnten Spaziergang durch die Altstadt.

Wie oben erwähnt, ließ ich mir am Nachmittag noch in einer Buchbinderei ein Notizbuch anfertigen und besuchte anschließend die Villa Borghese.

Zum Abschluss weilte ich noch ein letztes Mal im Bibliocafé und in der Bukowski Bar.

Danach kehrte ich in meine Ferienwohnung zurück, bevor ich am nächsten Tag weiter nach Siena fuhrt.

Quellen

Titelfoto: Jenseits des Tiber, Rechte: Dario Schrittweise
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/spanischge-treppe-rom-300-jahre-100.html(zuletzt aufgerufen am 27.7.26)
https://direzionemuseiroma.cultura.gov.it/en/pantheon/historical-background/(zuletzt aufgerufen am 27.7.26)
https://www.deutschlandfunkkultur.de/in-rom-ist-der-fluchtweg-der-paepste-wiedereroeffnet-worden-104.html(zuletzt aufgerufen am 27.7.26)
https://www.geo.de/reisen/reiseziele/aussicht-von-der-spanischen-treppe-auf-die-piazza-di-spagna_30143314-30168408.html(zuletzt aufgerufen am 29.07.26)
https://www.geo.de/reisen/reiseziele/aussicht-von-der-dachterrasse-des-il-vittoriano-30168408.html(zuletzt aufgerufen am 29.07.26)

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