Jakobsweg „Cluny – Le Puy“: Basaltfelsen in Le Puy-en-Velay [6]

Ich näherte mich mit großen Schritten meinem vorläufigen Zwischenziel, Le Puy-en-Velay in der Auvergne. In dieser Stadt treffen vier Jakobswege aufeinander: aus Cluny, Lyon und Genf kommend, sowie Via Podiensis, die die Jakobspilger weiter nach Spanien bringt. Die Stadt stellte für mich eine Zäsur auf „meinem“ Jakobsweg dar. Ungefähr die Hälfte der gesamten Strecke legte ich dabei zurück. Die letzten beiden Etappen standen völlig im Zeichen meiner Ankunft in Le Puy-en-Velay. Das große Finale erwartete mich und ich fühlte die Vorfreude in mir wachsen.

Wegweiser

Gesamtüberblick: Themenseite Jakobsweg

13. Etappe: Chomelix – Saint-Paulien

  • Datum: Donnerstag, 15.06.17
  • Entfernung: 16 Kilometer
  • Besonderheiten: Ruhe auf dem Weg, Kirche in Saint-Paulien, schaurige Unterkunft in Saint-Paulien
Eine Holzbrücke auf dem Weg (Fotorechte; schrittWeise)

Nachdem ich während der letzten beiden Tagen das Tempo aus meinen Tagesetappen genommen habe, fühlte sich das Pilgern auch etwas ruhiger an. Ich entkam somit ein wenig dem Pilgerstrom der letzten Tage. Hier merkte man bereits, dass an dieser Stelle viele Jakobswege zusammenliefen.

Der vorletzte Tag gehörte wahrscheinlich zu den ruhigsten Etappen auf dem bisherigen Jakobsweg seit dem Burgund. Ich traf kaum Wanderer an und Pilger erst in meinem Tagesziel. Auf diese Weise konnte ich mich auf die Ankunft in Le Puy vorbereiten, ich zögerte die Freude etwas hinaus.

Eine blühende Wiese (Fotorechte: schrittWeise)

Die letzte Etappe teilte ich in zwei kurze Tagesetappen auf. Auf diese konnte ich mir am letzten Tag der Pilgerschaft in Polignac Zeit für die Besichtigung des Schlosses lassen und zudem würde ich in Le Puy genug Gelegenheit haben, um mir die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzusehen.

Schilder warnen vor gefährlichen Wanderern (Fotorechte: schrittWeise)

Schauergeschichten in Saint-Paulien

Nach kurzer Zeit und eher ereignisarmer Wanderung erreichte ich Saint-Paulien. In dem kleinen Ort gallo-römischen Ursprungs sind in erster Linie die Kirche des Heiligen Georg und das Schloss Rochelambert sehenswert. Das Schloss habe ich an dem Tag jedoch ausgelassen, weil es etwas außerhalb des Ständchens liegt. Zudem warteten am kommenden Tag viele Sehenswürdigkeiten auf mich. In der Touristeninformation traf ich Karine, die für die kommunale Herberge, „Centre d’Accueil“, zuständig war. Die Unterkunft habe ich bereits in Chaturanges reserviert, Herr Vrai lachte damals noch über die durchhängenden Betten, die auf mich warten würden. Dies stellte sich später  noch als das kleinste Problem heraus.

Saint-Paulien war die Hauptstadt des Territoriums des Keltenstammes der Vellavi (frz. Les Vellaves), der der römischen Besatzug trotzte. Aus dem Wortstamm „Vellavi“ leitet sich die heutige Namensgebung des Gebietes „Velay“ ab.[1]

Die romanische Kirche Saint-Georges stammt aus dem 11. Jahrhundert und wurde im regionaltypischen Stil mit Basaltsteinen gebaut. Sie ist älter als die Kirche Notre Dame in Le Puy-en-Valay und soll ihren Baumeistern als Vorbild gedient haben.

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Den lauwarmen Juniabend habe ich nach einem Spaziergang durch die Altstadt gemütlich in einer Pizzeria ausklingen lassen. Auf der Straße sah ich noch zwei Pilger, sie sind wahrscheinlich ein Ehepaar. Wir winkten uns zu und erkannten uns gegenseitig als Pilger.

Anschließend ging ich zurück in meine Unterkunft „Centre d’Accueil“. Ich kann die Herberge jedoch nicht empfehlen. Bisher genoss ich meistens gute Unterkünfte, aber diese ist ihr Geld wirklich nicht wert. Die Übernachtung kostete zwar nur 12 € (Juni 2017), auf dem spanischen Jakobsweg hätte man für diese Verhältnisse eine Spende erwartet. Die Unterkunft ist in einem Wohngebäude untergebracht, ich fühlte mich an einen schlechten Horrorfilm erinnert, in dem die Hauptfigur alleine in einem ehemaligen und seit Jahren leerstehendem Sanatorium übernachtet. Einzig flackernde Neonröhren, bedrohlich und verzweifelt wispernde Stimmen sowie vorbeihuschende Schatten fehlten, um die Stimmung vollends abzurunden. Die Dusche war, wie zu erwarten, auch nicht berauschend. Normalerweise ist man als Pilger einiges gewohnt, aber es ist schon unangenehm, wenn man ganz alleine an einem Ort wie diesem übernachtet. In Tapia de Casariego, auf dem Camino del Norte, übernachtete ich 2015 in einer ähnlich einfachen Unterkunft, dafür stimmten dort die Gesellschaft und der Meeresblick. Die Übernachtungsmöglichkeit würde ich nur für Notfälle empfehlen.

Besondere Orte auf dem Weg:

  • Bellevue-Le-Montagne (5 km)
  • St. Geneys Le Cros (7 km)
  • Saint-Paulien (4 km)

14. Etappe: Saint-Paulien – Le Puy-en-Velay

  • Datum: 16.06.17
  • Entfernung: 14 Kilometer
  • Besonderheiten: Festung von Polignac, Le Puy-en-Velay mit seinen Sehenswürdigkeiten, Wiedersehen mit anderen Pilgern, Pilgerherberge Saint-Jacques

Am nächsten Morgen wachte ich gut erholt auf, die Sonne ließ die merkwürdige Behausung in einem anderen Licht erstrahlen und plötzlich wirkten die verlassenen Gänge nicht mehr so bedrohlich.

Nach der relativ ruhigen und entspannten Tagesetappe vom Vortag, ahnte ich bereits, dass mich auf der letzten Etappe einige Höhepunkte erwarteten. Unterwegs kam ich bei Nolhac an einem Menhir, auch Hinkelstein genannt, vorbei. Dies sind aufgerichtete und freistehende Steine, die aus der Zeit zwischen 4000 und 2000 vor Christus stammen. „Menhir“ ist eine bretonische Bezeichnung und bedeutet, ein „langer“ oder „aufgerichteter Stein“, von „maen“ = Stein und „hir“ = lang.[2]

Ein von Druiden vergessener Menhir (Fotorechte: schrittWeise)

Die Festung von Polignac

Das Dorf Polignac gehört wieder zu den Ortschaften auf dem Weg, die es sich zu besuchen lohnt. Wahrscheinlich hätte ich hier übernachten sollen. Die romanische Kirche aus dem 11. und 12. Jahrhundert weist ein gotisches Portal auf. Die früher sehr mächtige Adelsfamilie Polignac ist in den südlichen Glasfenstern mit drei bedeutenden Vorfahren dargestellt. Die Polignacs betraten die Kirche durch den gotische Portalvorbau auf der Südseite auf eine feierlichen Weise. Der Vorbau wurde im 13. und 14. Jahrhundert errichtet. Das verwendete schwärzlich-braune Gestein ist vulkanischer Basalt, aus dem viele Bauwerke im Dorf und in der Region bestehen.[3]

Dorf und Burg Polignac sind auf einem Basaltfelsen gebaut (Fotorechte: schrittWeise)

Ich sah mich auf dem Festungsplateau um und konnte eine fantastische Aussicht genießen. Von der Befestigungsanlage aus konnte ich auch bereits die Umrisse von Le Puy-en-Velay erkennen. Das Schloss und die Befestigungsanlage der einst einflussreichen Familie Polignac stammen aus dem 11. Jahrhundert. Der quadratische Turm ist 32 Meter hoch und wurde im 14. Jahrhundert gebaut.[4]

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Langersehnte Ankunft in Le Puy-en-Velay

Polignac war bereits ein besonderes Highlight, der Tag war mit seinen Sehenswürdigkeiten noch lange nicht vorbei. Am frühen Nachmittag tauchte vor mir die charakteristische Silhouette der avernischen Stadt auf, mit ihren beiden imposanten Basaltfelsen. Das Bild habe ich bereits in meinem Blogbeitrag „Rückkehr aus dem Land der Vulkanberge“ beschrieben. Die ganze Zeit war ich sehr aufgeregt und freute mich auf Le Puy.

Blick auf die Stadt (Fotorechte: schrittWeise)

Ich lief an der beeindruckenden Felsnadel der Kapelle Saint-Michel d’Aiguilhe vorbei. Eine ältere Dame bemerkte, dass ich die Kapelle aufmerksam beobachte. Sie erzählte mir, dass sie einmal den Steilen Treppenaufstieg auf sich nahm, um die 82 Meter hohe Kapelle zu besichtigen.

Der Basaltfelsen wurde bereits in der vorchristlichen Zeit als heiliger Ort verehrt. Später weihten die Römer auf dem Solitärfelsen ihrem Gott Merkur einen Tempel. Die erste christliche Kapelle, die dem heiligen Michael gewidmet ist, stammt aus dem Jahr 962, die heutige Bausubstanz größtenteils aus dem 19. Jahrhundert. Die atemberaubenden Fresken wurden 2004 restauriert und laden zur Besinnung und Gebet oder Reflektion ein. Die Fassade wird treffend „Portal zum himmlischen Jerusalem“ genannt. Zum einen wegen der Thematik der Bildsprache und zum anderen wegen der erhöhten Position der Kapelle.[5]

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Ich ging weiter zur Kathedrale Notre Dame. Sie ist auf einem der Hügel aufgebaut und seit über 1000 Jahren ein Startpunkt für Jakobspilger. Ich lief die 134 Stufen hoch, um die im Jahr 1999 restaurierte Kathedrale von Le Puy zu besichtigen. Auf dem Weg dorthin begenete ich Huck und Daniel. Wir verabredeten uns für später, sie erzählten mir, dass sie wie ich in der Herberge Saint-Jacques übernachten werden.[6]

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Die dreischiffige Basilika aus dem 11. Jahrhundert gehört, gemeinsam mit dem benachbarten mittelalterlichen Armenhaus Hôtel Dieu, zum UNESCO Weltkulturerbe. Hinter dem Altar befindet sich die sogenannte Schwarze Madonna. Die Marienstatue ist eine Kopie, das Original ist während der Französischen Revolution verschollen und wurde vermutlich verbrannt. Die Ursprünge werden im Nahen Osten vermutet. Erwähnenswert sind auch die Statue des Pilgerheiligen Jakobus und der Fieberstein. Der „Pierre des fiévres“, so lautet sein Name auf Französich, ist keltischen Ursprungs und soll bereits vor fast zwei Jahrtausenden den späteren Ort Le Puy zu einem beliebten Ziel von Pilgernden und Heilsuchenden gemacht haben.[7]

Der Legende nach soll eine fieberkranke Frau von der Jungfrau Maria im Traum die Botschaft erhalten haben, eine Nacht auf dem Fieberstein zu verbringen. Nachdem die Frau dies tat, soll sie am nächsten Morgen geheilt gewesen sein.

Pilgerunterkunft „Accueil Saint-Jacques“

In der Pilgerunterkunft „Accueil Saint-Jacques“ wurde ich sehr herzlich empfangen. Die Herberge wird von der „Associacion Rhône-Alpes des Amis de Saint-Jacques“ betreut, die auch für den Erhalt des Jakobsweges von Cluny zuständig ist. Die Betreuer, nach spanischer Jakobswegtradition auch Hospitaleros genannt, waren sehr freundlich. Ein belgischer „Hospitalero“ konnte auch sehr gut Deutsch sprechen. Sie ließen mich sogar einen Tag länger bleiben, damit ich mir die Stadt besser ansehen kann. Die Bezahlung läuft auf Spendenbasis. In der Pilgerherberge gibt es einen großen Schlafraum mit „spanischen“ Betten, die mit Vorhängen voneinander getrennt sind. Morgens kann man mit anderen Pilgern und Hospitaleros gemeinsam frühstücken und traditionell das Lied des Heiligen Jakobus mitsingen.

Gepäckaufbewahrung in der Pilgerunterkunft (Fotorechte: schrittWeise)

In der Herberge traf ich Huck und Daniel wieder. Wir gingen daraufhin kurz gemeinsam in der Stadt, bald verabschiedete sich Huck jedoch und verschwand im geschäftigen Treiben der Altstadt. Daniel und ich trafen unerwartet Jupp und Heinz wieder und beschlossen, gemeinsam zu Abend zu essen. Der Abend wurde zunehmend fröhlicher und fröhlicher, wir probierten auch den regionalen Schnaps „Verveine“, der traditionell aus Eisenkraut hergestellt wird.

Nachdem ich am darauffolgenden Morgen beschlossen habe, in dieser wunderschönen avernischen Stadt einen Tag länger zu bleiben, konnte ich mir ausgiebig die Innenstadt und die Kapelle Saint-Michel ansehen. Auffällig ist, wie sehr sich die Verkäufer und Gastronomen der Stadt auf die Pilger eingerichtet haben. Viele Namen und Bezeichnungen von Straßen, Gebäuden und Produkten haben einen Bezug zum Pilgern oder zum Jakobsweg. Eine Besonderheit in der Altstadt von Le Puy sind die kleinen Trittstufen, die so niedrig gebaut wurden, damit die beladenen Esel sie überwinden konnten. Le Puy-en-Velay ist außerdem für seine Gerichte aus grünen Linsen sowie für herausragende Klöppelspitzenarbeiten bekannt.

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Ich verabredete mich für den Nachmittag mit Daniel, der seine Wanderschuhe reparieren ließ. Wir erforschten die Stadt noch ein wenig gemeinsam und aßen entspannt zu Abend, dieses Mal ohne ein Gläschen Verveine 😉

Rückreise am 18.06.17

In der Kathedrale findet täglich um 7:00 Uhr ein Pilgergottesdienst mit Segnung und anschließender Vorstellung aller anwesenden Pilger statt. Auch nicht gläubige Pilger können daran teilnehmen. Ich ging am Sonntag, 18.06. hin, nahm aber keine Pilgersegnung in Empfang, weil ich mir vorgenommen habe, den Weg im September fortzusetzen. Dann werde ich es nachholen.

Ausgang aus der Kathedrale (Fotorechte: schrittWeise)

Ich begleitete nach dem Gottesdienst noch einige bekannte Pilger zum Place du Plot, wo sich der offizielle Startpunkt der Via Podiensis befindet. Dort verabschiedete ich mich von Daniel und wollte schon gehen, dann kamen Jupp und Heinz vorbei. Wir machten noch ein Abschiedsfoto und dann hieß es tatsächlich, Abschied von dieser Jakobsweg-Etappe zu nehmen.

Ein Rückblick

Die zwei Wochen auf dem Jakobsweg von Cluny nach Le Puy-en-Velay waren sehr ereignisreich. Ich traf viele nette Menschen, Pilger aber auch Einheimische und Reisende auf dem Weg. Ich freute mich auf das Treffen mit dem Gastgeber vom Vorjahr in Nommay, dann auf die Stadtbesichtigung des geschichtsträchtigen Cluny im Burgund. Einen schönen Einstieg hatte ich in der kleinen Pilgerwohnung in Sainte Cécile und auf der Ökofarm in Ouroux. Meine ersten Pilger traf ich auf dem Weg zum Mont Saint-Rigeaud und in Mars erlebte ich einen besonderes  freundlichen Empfang beim Schwesternorden „Compassion“ und die Gespräche mit weiteren sehr netten Pilgerinnen. Kulturelle und kunsthistorische Highlights besichtigte ich unter anderem in Charlieu und Le Bénisson Dieu, in Saint-Haon-le-Châtel staunte ich über die malerischen und efeubedeckten Gässchen. Rührend wurde ich in Saint-Alban-les-Eaux empfangen und in Saint-Jean-Saint-Maurice an der Loire beeindruckte mich die Aussicht sehr. Der Abend in Montverdun mit der Pilgergemeinschaft in der Burg wird ebenfalls eine besondere Erinnerung bleiben. Der Aufstieg zum Montarcher und die Übernachtung in der Pilgerherberge in La Chapelle-en-Lafaye waren die nächsten Highlights. Später kamen noch der Weg des Cäsars und die Übernachtung bei den Lamas hinzu.

Ich konnte mich wahrlich nicht über dem Mangel an tollen Begegnungen und Ereignissen beklagen. Auch der Aufenthalt in Le Puy bei den „Vellaviern“ hat mich sehr bewegt. Der Weg gibt mir stets viel Freude und Kraft für die Rückkehr in meinen Alltag. Beim Pilgern habe ich viel Zeit zum Nachdenken, aber auch zum Träumen 😉

Ich freue mich schon auf die Rückkehr in wenigen Tagen, um auf dem Weg „Via Podiensis“ in Richtung Saint-Jean-Pied-de-Port weiterzupilgern.

Pilger Street Art (Fotorechte: schrittWeise)

Quellenangaben

[1] Florl, Renate: „Französischer Jakobsweg. Von Straßburg bis Le Puy-en-Velay“, Rother Wanderführer, München 2009, S. 218 f.
[2] Florl 218 f.
[3] ibd, S. 207
[4] Retterath, Ingrid: „Jakobsweg Trier – Le Puy“, Conrad-Stein-Verlag, Welver 2014, S. 318
[5] Retterath, S. 333
[6] ibd, S. 336
[7] ibd, S. 336

11 Kommentare zu „Jakobsweg „Cluny – Le Puy“: Basaltfelsen in Le Puy-en-Velay [6]

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    1. Warum nicht gleich anfangen? 😉Ich bin auch vor meiner Haustür gestartet. Natürlich muss es nicht immer der „eine“ Pilgerweg sein 🙂 Im Christentum sind auch zwei weitere Hauptpilgerwege bekannt, mit Rom und Jerusalem als Ziel. Daneben gibt es noch einige kleinere wie „Konstanz – Einsiedeln“ oder die Wallfahrten nach Lourdes oder Međugorje.

      Auch andere Religionen kennen das Pilgern als „religiöse Praxis“: Buddhisten in Tibet („Kora“) und Japan („Junrei“) pilgern, Moslems pilgern von Mekka („Haddsch“) und Medina, auch Hindus wenden eine Art von Pilgern an, etc. Wie du siehst, die Auswahl ist groß 😉

      Man sollte sich jedoch zuerst fragen, möchte ich als Pilger oder als Wanderer laufen? Welche Motive habe ich? Viele Menschen laufen auf den Pilgerwegen nur aus sportlichen oder kulturellen Gründen und, weil sie sich nur für die schöne Landschaften interessieren. Sind das Pilger oder Wanderer? Liebe nächtliche Grüße vom Zwischenstopp in Clermont-Ferrand (morgen fahre ich nach Le Puy-en-Velay) 😉 🌃🌌

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    1. Interessanterweise wird der Klatschmohn oft mit dem Tod oder Krieg assoziiert, z.B. in Frankreich oder in England („Remembrance Poppy“).

      Im persischsprachigen Raum gilt die Mohnblume jedoch als Symbol für die Liebe. Der bekannte persische Dichter Sohrab Sepehri schrieb: „So lange es den Klatschmohn gibt, muss gelebt werden!“ 🙂

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  1. danke für die schönen fotos und berichte. irgendwann möchte ich auch den jakobsweg mal entlang pilgern. was war denn mit der beschriebenen unterkunft nicht in ordnung? du schreibst, du würdest sie nicht empfehlen, ich habe nicht verstanden, was nicht in ordnung war. weil ich selbst, vielleicht schon nächstes jahr, die strecke evtl. pilgern möchte, würde mich deine meinung dazu sehr interessieren. danke. liebe grüße.

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    1. Hallo grossstadtpoetin, danke, es freut mich, dass dir meine Pilgerberichte und Fotos gefallen 🙂 Wo möchtest du deinen Weg beginnen? Meine Strecke von Nürnberg über Basel und durch Burgund kann ich wärmstens empfehlen.

      Meine Gedanken zur städtischen Herberge in St.Paulien sind natürlich sehr subjektiv. Wenn man aber die Unterkunft mit anderen Schlafstätten vergleicht, in denen ich in Frankreich zuvor übernachtet habe, dann ist das „Centre d’Accueil“ schon enttäuschend. Objektiv gesehen lief es so: ich bekam den Schlüssel in die Hand gedrückt und blieb alleine im krankenhausartigen Wohnhaus. Die Räume und die Dusche waren nicht wirklich sauber und die Betten waren auch nicht sehr bequem. Für den Notfall ist es okay, wenn alles andere voll ist, aber weil man auf dem Jakobsweg von Cluny bis Le Puy wirklich genug gute Herbergen mit tollen Gastgebern findet, kann ich so eine triste Unterkunft nicht empfehlen. 

      Übrigens fahre ich morgen wieder zurück nach Frankreich, um ab Montag für ca. 10 Tage ab Le Puy-en-Velay weiterzulaufen 🙂

      Liebe Grüße, schrittweise 🙂

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      1. hallo schrittweise, ich danke dir für deine ausführliche antwort zur unterkunft. 🙂
        wo ich meinen jakobsweg starten wollen würde, weiß ich noch nicht. bislang gibt es nur mein ziel „jakobsweg“, alles weitere entsteht dann erst, wenn ich weiß, wann es los geht. das wird frühestens nächstes jahr etwas.
        ich wünsche dir ein frohes pilgern und eine gute zeit. liebe grüße

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