Auf dem verschneiten Kochersteig nach Schwäbisch Hall

Schnee in der zweiten Märzhälfte? Der Fall ist rund um Schwäbisch Hall eher seltener. Das haben uns Jörn, ein lieber Freund von mir, und ich auch gedacht, als wir uns vor fast genau einem Jahr für eine Wanderung in der Gegend entschieden. Wir nahmen dementsprechend auch frühlingshafte Wanderkleidung mit. Am zweiten Tag unserer Wanderung wurden wir jedoch von den unerwarteten Wetterverhältnissen überrascht.

Schloss Langenburg

Eine schneeweiße Überraschung in Braunsbach

Die Strecke nach Schwäbisch Hall kannte ich bereits und wollte sie erneut gehen, weil sie mir gut gefiel. Aus diesem Grund fragte ich Jörn, ob er mich begleiten möchte. Unsere Wanderung begannen wir in Schrozberg, damit wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen konnten, und liefen am ersten Tag nach Langenburg. Schrozberg liegt im Nordosten von Baden-Württemberg, auf der Hohenloher Ebene. Die Strecke ist auch ein Teil des Jakobswegs „Rothenburg ob der Tauber – Rottenburg am Neckar“. Ich habe sie weitestgehend in meinem Beitrag „Zwischen Tauber, Jagst und Kocher “ beschrieben.

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Nachdem wir von Schrozberg nach Langenburg gelaufen sind und in Langenburg die berühmten Wibele im Café Bauer gegessen hatten, gingen wir in unsere Unterkunft in einem eingemeindeten Dorf von Braunsbach. Die Ferienwohnung reservierten wir vorab im Internet.

Am nächsten Morgen erlebten wir eine Überraschung: Im Dorf, in dem wir übernachteten, lagen mehrere Zentimeter Schnee. Für mich war es weniger ein Problem, weil ich genug Kleidung und hohe Wanderschuhe hatte, mein Freund trug aber nur leichte Sachen. Er fror zwar ein wenig, wir liefen daher zügig, damit wir uns aufwärmen können. Ein Höhepunkt des Vormittags waren die zwei Rehe, die vor uns über die Felder flohen.

Unter der Kochertalbrücke

Nach wenigen Kilometern kamen wir in Geislingen am Kocher an, dem Ort, der für die Kochertalbrücke, die höchste Talbrücke Deutschlands, berühmt ist. Das im Jahr 1979 gebaute Bauwerk befindet sich auf der A6 zwischen Heilbronn und Nürnberg. Die Brückenpfeiler waren bis 2004 die höchsten der Welt.

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Der Kochersteig

Der Weg nach Schwäbisch Hall führte uns unter der Brücke und entlang des Flusses Bühler. Der Abschnitt gehört zum Wanderweg „Kochersteig“, der eigenständig oder als ein Teil des ca. 200 Kilometer langen Kocher-Jagst-Trails erwandert werden kann, der aus drei Wanderwegen besteht: „Jagststeig“, „Bühlersteig“ und „Kochersteig“. Wir folgten nur einem Abschnitt des insgesamt 56,5 Kilometer langen Kochersteigs. Weitere empfohlene Etappen verlaufen zwischen Geislingen am Kocher und Heimhausen (22,5 km) sowie zwischen Heimhausen und Blaufelden (18 km).

Nach dem Dammweg entlang der Bühler folgt ein schmaler Aufstieg in den Wald, der besonderes bei Schnee ein wenig mühsam zu erklimmen ist und teilweise rutschig, jedoch sehr sehenswert. Hier erinnerte ich mich wieder an „meinen“ Jakobsweg, weil ich 2016 bereits auf diesen Pfaden pilgerte, damals jedoch ohne Schnee.

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Wasserschloss in Eltershofen

Ungefähr 4 Kilometer und eine Stunde später errichten wir den Weiler Eltershofen, mit dem ein Wasserschloss als Wahrzeichen. Das Gebäude blickt auf eine wechselvolle Vergangenheit zurück. Das 1278 erstmals erwähnte Wasserschloss hatte mehrere Vorbesitzer: zwischenzeitlich gehörte es zu Schwäbisch Hall, seit 1896 befindet es sich im Besitz der Grafen Westerholt.

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Ankunft in Schwäbisch Hall

Über einen Weg entlang der alten Wasserleitung gelangten Jörn und ich am frühen Sonntagnachmittag in die von den Staufern gegründete Salzsiederstadt Schwäbisch Hall. Da wir nicht zu spät nach Nürnberg zurückfahren wollten, stand uns nur wenig Zeit für die Stadtbesichtigung zur Verfügung.

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Zu den Sehenswürdigkeiten von Schwäbisch Hall gehört die Altstadt mit den Fachwerkhäusern um den Marktplatz, mit der evangelischen Stadtpfarrkirche St. Michael im Mittelpunkt. Die 1156 geweihte Kirche befindet sich auf einer 70 Meter breiten, 53-stufigen Freitreppe. Vor der Kirche finden von Anfang Juni bis Ende August die berühmten Freilichtspiele statt. Im Gasthaus Goldener Adler auf dem Marktplatz übernachtete Kaiser Karl V., wenn er in seiner Reichsstadt Hall zu Besuch war.

Die Holzbrücke von Schwäbisch Hall

Über eine überdachte Holzbrücke liefen wir zum Bahnhof. Die Brücke erinnerte mich an den Henkersteg von Nürnberg. Am späten Nachmittag nahmen wir einen Zug zurück nach Nürnberg.

Der überraschende Schneefall, die höchste Talbrücke Deutschlands sowie die sehenswerten Städte Schrozberg, Langenburg und Schwäbisch Hall waren etwas Besonderes, das Wochenende wird mir jedoch in erster Linie für die wertvolle Zeit in Erinnerung bleiben, die ich mit meinem lieben Freund Jörn verbracht hatte.

Quellen

http://www.brueckenmuseum.de/
https://www.leo-bw.de/detail-gis/-/Detail/details/ORT/labw_ortslexikon/3323/Eltershofen+%5BAltgemeinde-Teilort%5D
https://kocher-jagst-trail.de
http://www.schwaebischhall.de/erlebnisstadt/sehenswert.html

2 Kommentare zu „Auf dem verschneiten Kochersteig nach Schwäbisch Hall

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