Umwege und Verspätungen

Vergangenen Mittwoch gab es wieder Probleme mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Laut der Anzeige in der U-Bahn-Station gab es wieder eine Stellweichenstörung. Der U-Bahn-Verkehr verzögerte sich somit. Ich wartete an dem Tag mindestens 15 Minuten. Die anderen Passagiere standen aber bestimmt noch länger am Gleis, weil in der U-Bahn-Station mehr Menschen auf die nächste Bahn gewartet haben als sonst um diese Uhrzeit.

Mich haben die stoische Ruhe und Disziplin beeindruckt, mit der die Wartenden diese Verzögerung in Kauf genommen haben. Eine gewisse Ungeduld war zwar zu spüren, aber alle wussten, dass sie nichts daran ändern können und haben sich ihrem Schicksal ergeben. Ich denke aber, dass sich die Situation geändert hätte, wenn sie noch länger hätten warten müssen. Ich dachte mir, als ich endlich in die U-Bahn eingestiegen bin, dass dies nicht die angenehmste Art ist, den Tag zu beginnen.

Die Zeit verrinnt
Siegelturmuhr (1545) von Diessenhofen (CH) mit Mondphasenanzeige und 12 Tierkreiszeichen

Mit derartigen Hindernissen und Verzögerungen muss der urbane Mensch täglich zurechtkommen. Leider trägt das nicht zum entspannten Umgang mit unserer Zeit bei. Ich versuche zumindest täglich einen kleinen Umweg in meinen Hin- und Rückweg einzubauen. Er führt mich durch eine kleine Wohngegend mit vielen Grünflächen und entlang des Main-Donau-Kanals zu meiner Arbeitsstätte. Somit dauert die gesamte Strecke zwar ca. 10 Minuten länger, ich fühle mich allerdings wegen des kleinen Spaziergangs entspannter als würde ich die ganze Strecke mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. In manchen Fällen habe ich auch Glück und sehe ein Eichhörnchen, einen Hasen oder einen bunten Vogel auf dem Weg.

„Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.“

Lucius Annaeus Seneca (1 – 65 n.Chr, römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Politiker und Schriftsteller)

In vielen Fällen kann ein Umweg, aus diesem Blickwinkel betrachtet, tatsächlich zielführender sein als der direkte Weg. Wie sieht dein täglicher Weg aus? Versuchst du deine Ziele immer auf dem schnellsten und schnörkellosen Weg zu erreichen oder nimmst du manchmal einen kleinen Umweg in Kauf?

Freches Eichhörnchen auf dem Weg (Foto: schrittWeise, 2017)
Ein freches Eichhörnchen versteckt sich auf einem Baum (Foto: schrittWeise, 2017)

Ergänzung: Ich freue mich, dass der treue Leser LuxOr in seinem Blogbeitrag „Von Umwegen und Abstechern“ Bezug auf diesen Beitrag nimmt.


 

2 Kommentare zu „Umwege und Verspätungen

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  1. Guten Abend Herr schrittWeise!

    Ich freue mich, dass ich deine“ Verspätung“ im schrittweise-Blog entdeckt habe. Dein Text harmoniert sehr gut mit entsprechenden Fotografien, aber gleichzeitig existieren und wirken die beiden Medien unabhängig voneinander. Mir gefällt deine Schreibweise, deine Aufmerksamkeit gegenüber kleinen Dingen in deiner Umgebung beeindruckt mich und bringt mich zum Nachdenken. Ich hoffe, dass du in deinem Alltag weiterhin genug Zeit für deine „Schrittweise“ auf diesen Seiten finden wirst.

    Viel Erfolg und Freude für dich beim Schreiben und interessente Entdeckungen für uns beim Lesen und Betrachten deiner Fotos, wünscht dir,

    Sophia Mai

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