Siena, diese kleine Perle in der Toskana, fand ich sehr sehenswert. Der originelle Marktplatz, auf dem berühmte Pferderennen stattfindet, die engen Gassen, die historischen Stadtteile und viele andere Ecken beeindruckten mich nachhaltig.
Der Hauptgrund meines Besuches in Siena im Herbst 2025 war die Ausstellung über Hugo Pratt. Mehr darüber hatte ich in diesem Blogbeitrag geschrieben. Natürlich wollte ich mich in der Stadt umsehen, da ich mehrere Tage zur Verfügung hatte.
Später fuhr ich auch noch nach Bologna, wo ich einige Stunden Aufenthalt hatte, bevor ich mit dem Nachtzug zurückgefahren war.
Erinnerungen an Italien
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La dolce Vita in Siena – italienische Reiseminiaturen
In Frecciarossa nach Florenz
Nach meinem Besuch in Rom fuhr ich mit der Frecciarossa, dem italienischen Schnellzug, von Rom Termini nach Firenze Santa Maria Novella.

Im Zug saß ich neben zwei Damen, die vermutlich Russisch miteinander gesprochen hatten. Zumindest soweit ich es erkennen konnte. Eine der beiden besetzte meinen reservierten Fensterplatz. Ich hatte es nicht moniert, weil das Abteil halb leer war und es mir einfach in dem Moment nicht so wichtig war. Vermutlich merkten sie es selbst nicht, dass sie an falschen Plätzen saßen. Später unterhielt ich mich mit einer der beiden, die auch in Deutschland lebte, wie es sich herausgestellt hatte. Mit ihrer Begleiterin unterhielt sie sich nur auf Russisch.
Im Bahnhof Firenze Santa Maria Novella stieg ich in den Regionalzug um und fuhr nach Siena weiter.
Erste Orientierung in Siena
In Siena angekommen, musste ich erst mal den richtigen Bus finden, weil sich der Bahnhof etwas außerhalb der Innenstadt befindet. Eine ältere Einheimische erklärte mir, welchen Bus ich nehmen musste. Sie fuhr ebenfalls im gleichen Bus mit. Witzigerweise lief sie später noch zufällig in die gleiche Richtung und zeigte mir einige sehenswerte Orte und Plätze entlang des Weges.
La dolce Vita in Siena
In Siena ließ ich mich oft einfach nur treiben. Die Gässchen sind mittelalterlich verwinkelt, alles wirkte auf mich lieblich und entspannt. Die vielen Cafés und Restaurants verführen die Besucher zum Schlendern und Verweilen.
Ich nahm zudem an einer Stadtführung teil, die uns zu den wichtigsten historischen Orten der Stadt geführt hatte.
Die Kathedrale Santa Maria Assunta
Ein bedeutendes Gebäude ist der Duomo Santa Maria Assunta, die Kathedrale von Siena, die zu den wichtigsten romanisch-gotischen Kirchen in Italien gehört.
Sie wurde im typischen Schwarz-Weiß-Muster gebaut, später mehr dazu. Eine der Besonderheiten der Kathedrale ist die Piccolomini-Bibliothek, die eine Art Museum ist. Da am Tag meiner Besichtigung viel los gewesen war, musste ich mich in eine Warteschlange anstellen. Die Piccolomini-Bibliothek wurde 1492 erbaut und beherbergt die Büchersammlung von Papst Pius II.
Neben der prachtvollen Architektur des Gotteshauses sind auch die Piccolomini-Altar mit vier Skulpturen von Michelangelo (die Heiligen Petrus, Paulus, Pius und Augustinus), sowie die Statue des Johannes des Täufers von Donatello (1455) oder die Fresken von Pinturicchio, über welchen ich vor einiger Zeit in diesem Beitrag geschrieben habe. Über die Kathedrale könnte man noch viel mehr schreiben, sie ist ein Kunstwerk für sich.
Im Museo dell’Opera del Duomo
Ich habe noch ein zweites Museum besucht, das Museo dell’Opera del Duomo. Darin werden viele Meisterwerke der Kunst aufbewahrt. Das Museum beherbergt viele Kunstschätze. Hier konnte ich einen Blick über die Stadt erhaschen, wie später auf einer der Terrassen vom Palazzo della Papesse. Meine Erfahrungen über den Dächern von Siena habe ich in diesem Beitrag beschrieben.
Der Marktplatz
Zu den Höhepunkten der Stadt gehörte neben der Hugo-Pratt-Ausstellung für mich der Marktplatz. Er ist schräg gebaut, so kann das Regenwasser gut abfließen, dachte ich mir. Hier findet auch jedes Jahr das traditionelle Pferderennen „Palio“ statt.
Mir wurde schnell klar, warum Siena seit 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
Lupa senese
In Siena begegneten mir überall kleine Figuren der Lupa senese, der Wölfin von Siena. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt. Wie die römische Wölfin ernährt sie zwei Kinder, blickt aber nach vorn, im Gegensatz zur römischen, die nach hinten blickt. Siena ist mit Rom verbunden. Der Sage nach flohen die Söhne des im Brudermord getöteten Remus in die Gegend und gründeten die Stadt Siena.

Schwarz und Weiß
Schwarz und Weiß sind bedeutend für Siena. Sie sind die Farben der Stadt und finden sich im Wappen wieder. Allerdings war die schwarz-weiße Streifenarchitektur früher typisch für die Toskana und hatte nicht unbedingt etwas mit dem gestreiften Wappen von Siena zu tun, wie man meinen könnte.
Im 13. Jahrhundert waren die Streifenmuster in der Toskana modisch, z. B. auch in Florenz, Pisa und Lucca. Selbst teilweise außerhalb der Toskana, auf Korsika und Sardinien, waren sie zu sehen.
Die Stadtteile und ihre Wappen
Zusätzlich zum Stadtwappen gibt es noch spezielle Wappen für die einzelnen Stadtteile von Siena. In Siena gibt es siebzehn Stadtteile, die Contraden heißen. Sie pflegen eigene Traditionen und die Menschen der Contraden helfen einander. Teilweise rivalisieren sie mit anderen Stadtteilen Sienas.
Nachts hörte ich Trommeln. Es waren die jungen Stadtbewohner:innen, die traditionelle Lieder spielten und sangen.
Palio di Siena
Der Palio zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen der Stadt. Es handelt sich um ein Pferderennen auf dem Marktplatz. Jedes Jahr treten die Stadtteile im Palio di Siena gegeneinander an.
Erst im Juli 1927 trat der erste nicht italienische Jockey im Palio auf. Es war ein junger Warenverkäufer aus Eritrea namens Takele, Spitzname Perè Golon und Ali.
Die Festung der Medici
Über der Stadt thront die Festung der Medici. Laut einer Tafel in der Festung der wurde diese auch die Festung der Heiligen Barbara genannt. Die Festung ließ Cosimo I de‘ Medici zwischen 1563 und 1567 errichten. Die Festung hatte nie zur Verteidigung gedient, sondern nur als militärische Befestigungsanlage.
Sie wurde nach dem Sieg von Florenz über Siena errichtet, um die Bewohner immer an ihre Niederlage zu erinnern.
Der Zwischenhalt in Bologna
Auf der Rückfahrt nach Deutschland hatte ich einen längeren Aufenthalt in Bologna in der Region Emilia-Romagna, sodass ich mir viel Zeit gelassen hatte. An jenem Tag waren viele Baustellen in der Innenstadt, aber ich konnte einen guten Eindruck gewinnen.
An jenem Abend fand in Bologna ein Künstlermarkt statt. Ich unterhielt mich mit einer Schmuckdesignerin aus Litauen, die in Bologna lebt.
Zu den Höhepunkten der Stadt gehört der Marktplatz Piazza Maggiore mit dem Neptunbrunnen und der Basilika San Petronio, die zu den größten Kirchen der Welt zöhlt. Laut einigen Quellen ist sie sogar die fünftgrößte Kirche.
Interessant fand ich die Arkaden von Bologna mit ihren Geschäften. Seit 2021 gehören diese historischen Säulengänge zum Weltkulturerbe der UNESCO.
In Bologna gibt es auch die älteste Universität Europas, die 1088 gegründet wurde.
Da mein Zug erst spät fuhr, musste ich noch am Hauptbahnhof warten. Leider waren alle Sitzplätze besetzt und die Cafés zu. Aber ich freute mich, als der Zug endlich angekommen war.
Eine lange Rückfahrt mit einem Happy End
Am späten Abend fuhr ich mit dem Nachtzug zurück nach Deutschland, der eine Verspätung hatte. Ich schließ wieder in der Schlafkapsel. Zwischendurch weckte uns der Schaffner wegen der Grenzkontrolle. Doch es wurden nur stichprobenartige Kontrollen gemacht. Insgesamt war die Zugfahrt nicht so schlimm und wir erreichten München am frühen Morgen, jedoch mit mehr als 120 Minuten Verspätung. Danach fuhr ich mit dem nächsten Zug nach Nürnberg.
Mehrere Tage nach meiner Rückkehr erreichte mich eine freudige Nachricht: Meine Beschwerde bei der Österreichischen Bundesbahn führte zum Erfolg und ich bekam eine großzügige Entschädigung. So verdiente ich quasi Geld im Schlaf.
Quellen
Foto: Herbstsonne in Siena, Rechte: Dario Schrittweise https://www.italia.it/de/toskana/siena/erlebnisse-und-sehenswertes/der-palio-von-siena--das-nonplusultra-der-sommerveranstaltungen-in-italien(zuletzt aufgerufen am 10.10.26) https://www.visittuscany.com/de/attraktionen/dom-von-siena/(zuletzt aufgerufen am 10.10.26) https://www.viva-italia.it/Regionen/Emilia-Romagna/Bologna.php(zuletzt aufgerufen am 10.10.26) https://whc.unesco.org/en/list/717(zuletzt aufgerufen am 10.10.26)
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Sehr spannend und sehr schön….! ❤
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Hi Hannah, es freut mich, dass dir meine Reisenotizen gefallen. 🙂Danke und liebe Grüße, Dario
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Vorrei essere in Italia leggendo questo rapporto!
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Viel Spaß beim Lesen des Beitrags in Italien. 😉 Wo werden Sie in Italien sein? Verregnete Grüße aus Nürnberg, Dario
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Ich hatte dieses Jahr eine Romreise geplant, die ich leider absagen musste. In Rom war ich schon mehrfach und ich liebe diese Stadt einfach. Ich liebe ganz Italien. Sizilien, den Gardasee, die Toskana. Aber Rom ist einfach einmalig. Ich hoffe sehr, dass ich nächstes Jahr dorthin kommen werde. Danke für den tollen Blog!
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Rom gefällt mir auch sehr gut, die Stadt ist immer einen Besuch wert. Siena hat aber auch viel zu bieten. Danke für den lieben Kommentar. Viele Grüße, Dario 🙂
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