Wanderimpressionen von der Houbirg

Am vergangenen Wochenende lud das sonnenreiche Wetter zum Wandern ein. Der Sommer schien noch einmal zurückkehren zu wollen. Wie ein Künstler, der erneut auf die Bühne kommt, um noch einmal für strahlende Gesichter seiner Anhänger zu sorgen. Meine Freundin und eine gute Freundin wanderten mit mir auf die Houbirg und um den Happurger Stausee herum.

Der Berg Houbirg befindet sich bei Happurg, ungefähr 30 Kilometer von Nürnberg entfernt, in der Mittleren Frankenalb. Happurg hat eine S-Bahn-Haltestelle und kann somit leicht mit dem Zug erreicht werden.

Houbirg und die keltische Befestigung

Der erste Höhepunkt erwartete uns auf der Houbirg. Die meisten Wanderwege, die durch Happurg verlaufen, führen auf den Gipfel des Berges. Vom dortigen Aussichtspunkt genossen wir einen wunderbaren Blick auf den Happurger Stausee und die Umgebung.

Happurger Stausee von oben (Fotorechte: schrittWeise)

Einer der Wanderwege führt auch zu den Überresten der ehemaligen keltischen Befestigung aus der Bronzezeit, von der noch eine Erhebung im Gelände sichtbar ist. Die Befestigungsanlage gehört zu den „bedeutendsten vor- und frühgeschichtlichen Höhensiedlungen Deutschlands“.[1] Die keltische Siedlung gab der Ortschaft Happurg und dem Berg ihre heutige Namen. „Birg“ oder „Bürg“ ist mit „bergen“ verwandt und bedeutet sinngemäß „sich auf den Berg zurückziehen“.[2] Wir haben uns jedoch für einen anderen Wanderweg entschieden. Ich werde demnächst zurückkommen, um mir die Reste der Befestigungsanlage anzusehen.

Herbstliche Wanderwege (Fotorechte: schrittWeise)

Die Wanderung führte uns durch den herbstlich geschmückten Wald. Meine Begleiterinnen und ich bewunderten den großen Farbenreichtum, der sich um uns entfaltete.

Farbenfrohes Blätterdach (Fotorechte: schrittWeise)

Tragische Vergangenheit

Die Wanderung auf die Houbirg begleitet immer auch ein trauriger Aspekt. Unter dem Berg wurden in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs Bergstollen gebaut, um hier die Motorenproduktion für die BMW-Flugzeuge zu verlagern. Der unterirdische Industriekomplex mit dem Tarnnamen Dogger“ wurde unter unmenschlichen Bedingungen von Zwangsarbeitern aus dem Lager Hersbruck, dem Außenlager des KZ Flossenbürg, gebaut. Darin sollte die Motorenfabrik besser vor Flugzeugangriffen der Alliierten geschützt werden.[3]

Doggerstollen, Eingang F (Fotorechte: schrittWeise)

Die Eingänge zu den Stollen sind heute zugemauert. Die unterirdischen Gänge sind stark einsturzgefährdet. Sie gelten als ein Mahnmal für eine Geschichte, die sich nie wiederholen darf. Leider scheint die Menschheit wenig aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen.

Happurger Stausee

Wir hielten uns nicht genau an die geplante Route und improvisierten ein wenig. Als wir bemerkten, dass wir auf einem anderen Wanderweg liefen, wählten wir eine andere Strecke.

Der Stausee von Happurg (Fotorechte: schrittWeise)

Meine Mitwanderinnen und ich machten auf einer Holzbank Pause. Dabei ließen wir den Blick über den See schweifen. An jenem Tag war die Wasseroberfläche sehr ruhig. Der Wind reichte gerade aus, um den Sonntagsseglern ausreichend Windkraft für ihren Segelausflug zu spenden.

Ruhige Wasseroberfläche (Fotorechte: schrittWeise)

Den Nachmittag ließen wir am Stausee ausklingen. Wir liefen um den See herum und kehrten in ein Café mit schönem Garten ein, wo es leckere Kuchen gab. Wir genossen die Stille, die von einem leise surrenden Rasenmähroboter begleitet wurde.

Houbirg mit dem Happurger Stausee (Fotorechte: schrittWeise)

Die Gegend um die Houbirg mit dem Happurger Stausee ist mit Sicherheit einen Besuch wert. Hier kreuzen sich so viele gut ausgeschilderte Wanderwege, dass die Wanderung jederzeit spontan angepasst werden kann. Auch Wanderer, die gerne Natur mit geschichtlichem Hintergrund kombinieren, kommen voll auf ihre Kosten. Ich werde demnächst wiederkommen, um auch den geschichtlichen Wanderweg zu laufen.

Quellenangaben

Titelbild: Happurger See, schrittWeise, Oktober 2017
[1, 2] http://www.angewandte-geologie.geol.uni-erlangen.de/houbirg.htm (zuletzt abgerufen am 17.10.2017)
[3] http://www.kz-hersbruck-info.de/site/wie/3_doggerwerk/index.html (zuletzt abgerufen am 17.10.2017)

6 Kommentare zu „Wanderimpressionen von der Houbirg

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