Mein Jakobsweg durch Deutschland und die Schweiz [Rückblick 1]

Meine mehrjährige Pilgerreise nach Santiago de Compostela begann im September 2015, als ich von meiner einwöchigen Pilgerschaft auf dem Camino del Norte nach Hause zurückgekehrt war. Damals war ich von Ribadiso del Casariego mit Freunden nach Santiago gepilgert. Diese Zeit hatte mich so gepackt, dass ich beschlossen hatte, den Weg von Nürnberg aus in mehreren Anläufen zurückzulegen. Stück für Stück oder eben schrittweise.

Obwohl die kürzest mögliche Verbindung aus Nürnberg über Ulm, den Bodensee und die Schweiz oder direkt über Rothenburg ob der Tauber und Metz verläuft, hatte ich entschieden, meinen eigenen Weg zu kreieren. Ich hatte einige Stationen aus meinen persönlichen Lebensweg miteinander verbunden.

In Tübingen wollte ich einen Freund treffen, in Konstanz in der Stadt übernachten, in der ich studiert hatte, und schließlich plante ich, mehrere Tage in Taizé bei Cluny zu verbringen, weil ich dort meinen Zivildienst geleistet hatte. Diese Stationen waren entscheidend für die Entwicklung meines persönlichen Pilgerwegs auf dem Jakobsweg.

Einige Beiträge über den Jakobsweg

Deutschland und die Schweiz (September 2015 – Mai 2016)

Meine langjährige Pilgerschaft hatte ich im Jahr 2021 in Santiago de Compostela und in Finisterra abgeschlossen. Darüber hatte ich zuletzt Ende 2023 geschrieben. Jetzt möchte ich endlich einen persönlichen Rückblick schreiben. Alles begann vor meiner Haustür in Nürnberg …

Abschnitt 1: Nürnberg – Rothenburg ob der Tauber (2015)

Der erste Abschnitt verlief von Nürnberg nach Rothenburg ob der Tauber. Anfangs war ich noch ein wenig zaghaft in der Planung und habe viele Tage in Voraus gebucht. Ich wusste nicht, was mich erwarten würde.

Die ersten Etappen waren noch kurz, ich konnte sie relativ spontan zurücklegen, immer an einem Wochenende.

Rothenburg ob der Tauber – der Blick zurück

Ich erinnere mich besonders an den Beginn, als ich klassischerweise vor meiner Haustür gestartet war. In der Jakobskirche in der Innenstadt holte ich mir einen Pilgerstempel ab und dann ging es durch die Innenstadt weiter. Die Strecke durch die Stadt war nicht so schön, doch die erste Etappe ist immer besonders, weil sie für den Anfang der persönlichen Reise steht.

Nach Rothenburg ob der Tauber hat mich noch teilweise meine liebe Lebensgefährtin begleitet. In Rothenburg war ich schließlich allein, die Ankunft in der sehenswerten Stadt fühlte sich ganz Besonderes an.

Abschnitt 2: Rothenburg ob der Tauber – Konstanz (2015/2016)

Der zweite Teil meine Pilgerreise führte mich von Rothenburg über Tübingen nach Konstanz.

Der Abschnitt gehörte zu den bedeutendsten meiner langen Pilgerreise, weil ich in Konstanz studiert hatte. Unterwegs begleiteten mich liebe Freunde, einige luden mich ein, bei ihnen zu übernachten.

Eberhardtsbrücke mit der Neckarfront in Tübingen

Ein guter Freund lief mit mir nach Schwäbisch Hall und Murrhardt, ein anderer um Tübingen herum. Bei ihm durfte ich auch übernachten.

In Frommenhausen übernachtete ich zum ersten Mal in einer deutschen Pilgerherberge. Damals waren Pilgerherbergen noch eine Seltenheit in Deutschland, heute gibt es einige mehr. Kürzlich las ich leider auf der Webseite der Pilgerherberge, dass der Pilgerbetreuer, der mich damals empfangen hatte, in der Zwischenzeit gestorben sei.

Sonnenuntergang vor der Konstanzer Kulisse

Eine weitere bedeutende Station war Beuron, dort übernachtete ich in der Erzabtei und kurz vor dem Bodensee in einer ehemaligen Mühle, die unter anderem auch als Pilgerherberge genutzt wird.

Abschnitt 3: Konstanz – Basel (2016)

Die Strecke zwischen Konstanz und Basel verlief abwechselnd in Deutschland und in der Schweiz, am Rhein entlang.

Am Tag davor und am ersten Tag nach meinem Aufenthalt in Konstanz begleiteten mich wieder gute Freunde.

Rheinfall mit Ausflugsschiffen

Zu den Höhepunkten entlang des Rheins gehörten die Stadt Stein am Rhein, der Wasserfall Rheinfall bei Schaffhausen, Bad Säckingen und die Übernachtung im Schloss Beuggen.

Auch Basel war eine tolle Station auf dem Weg, dorthin hat mich meine liebe Lebensgefährtin begleitet. Wir übernachteten dort in einer gemütlichen Ferienwohnung, mit einer „beherzten Katze“, wie die Besitzerin sie bezeichnet hatte.

Fazit zum Jakobsweg durch Deutschland und die Schweiz

Meine Pilgerschaft auf dem Jakobsweg durch Deutschland und die Schweiz nimmt eine besondere Stellung in meinem Rückblick ein. Ich begann ein wenig sorgenvoll und wusste nicht, was mich erwarten würde. Häufig hatte ich mich auch noch von Bedenkenträger:innen beeinflussen lassen. Willst du wirklich allein laufen? Was wenn etwas passiert? Du hast es doch noch nie gemacht. Doch ich konnte alle äußeren und inneren Zweifel vertreiben und schließlich widerlegen.

Teilweise hatte ich anfangs liebe Begleitung, zum Schluss stellte ich aber fest, dass es für mich wichtig wäre, alleine weiterzupilgern. Das war die wichtigste Erkenntnis, ab Frankreich würde ich noch mehr allein zu den Anfangsorten der einzelnen Abschnitte reisen.

Im nächsten Jakobswegbeitrag werde ich auf meine Pilgerschaft durch Frankreich zurückblicken, die ich im August 2016 angefangen hatte. Damals pilgerte ich zunächst von Basel nach Beaune (Burgund) und im November 2016 weiter nach Taizé und Cluny.

Quellen

Titelfoto: Rheinfall in Schaffhausen, Rechte: Dario Schrittweise

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2 Antworten auf „Mein Jakobsweg durch Deutschland und die Schweiz [Rückblick 1]

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  1. Deinen offenbar wirklich ganz persönlichen Jakobsweg hast du hier sehr schön beschrieben, Dario und ich konnte fast alle durchlaufenen Orte in Gedanken auch für mich nochmal Revue passieren lassen, weil ich sie von eigenen Touren, aber mit dem Auto, teils sehr gut kenne.
    Ist schon etwas abenteuerlich solche Pilgerwege zu gehen, was du ja aber sehr gut durchdacht hast und entsprechend auch meisterst.
    Liebe Grüße und danke fürs teilen!🙂

    Gefällt 1 Person

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