Mein Jakobsweg durch Frankreich begann in Basel. Ich setzte meine Pilgerschaft, die ich vor meiner Haustür in Nürnberg begonnen hatte, an der schweizerisch-französischen Grenze fort. Der Jakobsweg führte mich durch das Elsass, die Franche-Comté, den Burgund, das Aubrac, die Gascogne und das Baskenland … bis zur spanischen Grenze. Die ersten Etappen legte ich im August 2016 und die letzte im September 2019 zurück, als ich die Pyrenäen überquert hatte.
In diesem Beitrag blicke ich auf meine ereignisreiche Pilgerschaft durch Frankreich zurück.

Wegweiser
- Überblick: Der Jakobsweg
- Beitrag 1: Mein Jakobsweg durch Deutschland und die Schweiz [Rückblick 1]
- Via Podiensis: Überblick
Mein Jakobsweg durch Frankreich
In Basel verabschiedete ich mich von meiner Lebensgefährtin, die mich auf den letzten beiden Tagesetappen in Deutschland und die Schweiz begleitet hatte.

Die ersten Etappen auf französischem Boden verliefen durch die lieblichen Landschaften des Elsass‚. Anfangs übernachtete ich meistens bei ehemaligen Pilger:innen, die ein Netzwerk von privaten Unterkünften aufgebaut hatten, um den Pilger:innen in Gegenden zu helfen, in denen es wenige Übernachtungsmöglichkeiten gegeben hatte.
Basel – Gy – Beaune (August 2016)
- Beitrag 1: Basel – Beurnevésin (Etappe 1 und 2)
- Beitrag 2: Beurnevésin – Villersexel (Etappen 3 – 5)
- Beitrag 3: Villersexel – Abbaye D’Acey (Etappen 6 – 10)
- Beitrag 4: Abbaye D’Acey – Beaune (Etappen 11 – 15)

Es war eine besondere Zeit, voller schöner Begegnungen. Allerdings beschränkten sie sich in erster Linie auf Gastgeber:innen und Einheimische, dafür nur vereinzelte Mitpilger:innen.
Eine Zeitlang lief ich durch die besten Weinlagen des Burgunds. Der erste Abschnitt endete schließlich im Beaune. Unvergessen bleibt die Begegnung mit dem verletzten Pilger, mit dem ich gemeinsam nach Beaune gelaufen war. Dort erlebten wir noch eine turbulente Autofahrt mit einem Einheimischen.
Rückkehr als Pilger nach Taizé

Später lief ich von Beaune weiter nach Taizé, wo ich meinen Zivildienst geleistet hatte. Die Rückkehr in die ökumenische Gemeinschaft von Taizé gehörte zu den Höhepunkten meines Jakobsweges. Weil der Ort so bedeutend für mich war, blieb ich drei Tage dort. Dies war der längste Aufenthalt auf meinem Jakobsweg.
Beaune – Taizé (November 2016)
- Beitrag 5: Beaune – Buxy (16. und 17. Etappe)
- Beitrag 6: Buxy – Taizé (18. Etappe)
- Beitrag 7: Taizé – Cluny (3 Tage in Taizé, 19. Etappe)

Nach meiner Rückkehr nach Taizé blieben gemischte Gefühle zurück, vermutlich erwartete ich zu viel. Einerseits war ich froh, wieder da zu sein, doch ich war nun ein Gast und kein „Freiwilliger“ mehr, wie damals. Es ist schon ein spezielles Gefühl, an einem Ort als Besucher zu sein, an dem man länger gewohnt hatte.
In Cluny
Die nächste wichtigere Station war Cluny, eine bedeutende Stadt im Mittelalter. Die dort ansässige Abtei beeinflusste lange die Geschicke der (katholischen) Kirche in Europa. Noch heute können in Cluny die Überreste der großen Kirche besichtigt werden.
Cluny – Le Puy-en-Velay (Juni 2017)
- Vorgeschichte: Rückkehr aus dem Land der Vulkanberge
- Hintergrundgeschichte zur Via Podiensis
- Beitrag 1: nach Ouroux
- Beitrag 2: nach Noailly
- Beitrag 3: in Montverdun
- Beitrag 4: Aufstieg zum Montarcher
- Beitrag 5: Chomelix
- Beitrag 6: In Le Puy-en-Velay

Zwischen Cluny und Le Puy-en-Velay traf ich immer wieder Pilger:innen. Eine verrückte Begegnung war mit dem jungen Franzosen in seinen 20ern, der ohne Geld pilgerte und bei dem ich vermutete, dass ihm gewisse kriminelle Energien nicht fremd waren.
Le Puy-en-Velay und die Via Podiensis
Eine der wichtigsten Kreuzpunkte des Jakobswegs in Frankreich ist die Stadt Le Puy-en-Velay. Hier beginnt Via Podiensis, der berühmteste französische Jakobsweg.
Der Ort Le Puy war voller Pilger:innen. Alles schien sich um den Camino zu drehen, zumindest hatte ich dieses Gefühl. Die Altstadt, die Kathedrale auf dem Berg und die Kapelle auf dem Basaltkegel hinterließen bei mir einen nachhaltigen Eindruck.

Zwischen Le Puy und den Pyrenäen begegneten mir viele Pilger:innen. Während ich bis Cluny oft alleine unterwegs war, traf ich auf diesem Streckenabschnitt viele interessante Menschen.
Via Podiensis – Teil 1: Le Puy-en-Velay – Conques (September 2017)
- Beitrag 1: Le Puy – Saint-Privat-d’Allier (Etappe 1)
- Beitrag 2: Saint-Privat-d’Allier – Le Roche-de-Lajo (Etappe 2 und 3)
- Beitrag 3: Le Roche-de-Lajo – Aumont-Aubrac (Etappe 4)
- Beitrag 4: Aumont-Aubrac – Nasbinals (Etappe 5)
- Beitrag 5: Nasbinals – St. Chély-d’Aubrac – L’Estrade (Etappe 6)
- Beitrag 6: L’Estrade – Espalion (Etappe 7)
- Beitrag 7: Espalion – Massip, bei Golinhac (Etappe 8)
- Beitrag 8: Massip – Conques (Etappe 9)
Eine besondere Zwischenstation war Conques. In diesem mittelalterlichen Dörfchen verbrachte ich zwei Tage, einerseits weil der Ort logistisch gut angebunden ist, aber auch andererseits, weil die Architektur sehr sehenswert ist. An einem der Nachmittage legte sich mystischer Herbstnebel über das Tal.

Via Podiensis – Teil 2: Conques – Nogaro (August/September 2018)
- Beitrag 9: Conques – Noalihac (Etappe 10)
- Beitrag 10: Noalihac – Figeac (Etappe 11 und 12)
- Beitrag 11: Figeac – Limogne-en-Quercy (Etappen 13 und 14)
- Beitrag 12: Limogne-en-Quercy – Cahors (Etappen 15 und 16)
- Beitrag 13: Cahors – Lauzerte (Etappen 17 und 18)
- Beitrag 14: Lauzerte – Moissac – St. Antoine (Etappen 19 und 20)
- Beitrag 15: St. Antoine – Castelnau sur Auvignon (Etappen 21 und 22)
- Beitrag 16: Castelnau-sur-Auvignon – Peyret (Via Podiensis, Etappen 23 und 24 – 2018)
- Beitrag 17: Peyret – Nogaro (Via Podiensis, Etappe 25 – 2018)
Die Landschaften, durch die mich Via Podiensis geführt hatte, begeisterten mich sehr. Insbesondere die Region Aubrac fand ich beeindruckend. Unvergessen blieb der Abend mit Aligot, einer Käsespezialität der Gegend. Ich war auch bei den vier Musketieren, Marionettenspielern und Stierkämpfern.

Je mehr ich mich den Pyrenäen näherte, desto ursprünglicher wurde die Natur. Eine Zeit lang wanderten wir den Gipfeln der berühmten Bergkette entgegen. Das Titelfoto zeigt die Landschaft kurz vor der Grenze. Das französische Baskenland gehörte für mich zu den sehenswertesten Regionen des französischen Jakobsweges.
Am Fuß der Pyrenäen
Der Pilgerweg durch Frankreich war für mich in Saint-Jean-Pied-de-Port, an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien, vorerst zu Ende. Danach überquerte ich die spanische Grenze. Der Grenzort trägt den treffenden Namen „Heiliger Johannes am Fuße des Passes“.
Via Podiensis – Teil 3: Nogaro – Saint-Jean-Pied-de-Port (September 2019)
- Beitrag 18: Nogaro – Miramont-Sensacq (Via Podiensis, Etappe 26 und 27 – 2019)
- Beitrag 19: Miramont-Sensacq – Argagnon (Via Podiensis, Etappe 28 und 29 – 2019)
- Beitrag 20: Argagon – Aroue (Via Podiensis, Etappe 30 und 31 – 2019)
- Beitrag 21: Aroue – Saint-Jean-Pied-de-Port (Etappen 32 und 33, die letzten beiden Etappen der Via Podiensis)

Der Jakobsweg in Frankreich
Das Pilgern durch Frankreich hatte für mich einen besonderen Zauber. Auf vielen Wegen lief ich anfangs lange alleine, mit wenigen Pilgerherbergen. Hier hatte ich viel Gelegenheit zum Nachdenken. Doch die warmherzige Gastfreundschaft der Gastgeber:innen machte diesen Umstand mehr als wett. Spätestens auf der Via Podiensis ab Le Puy-en-Velay kehrte für mich auch wieder das Caminogefühl zurück, das ich als Pilger aus Spanien gekannt hatte.
Nach der Überquerung der Pyrenäen setzte ich den Weg auf dem berühmten spanischen Jakobsweg Camino Francés fort. Doch das war eine ganz andere Geschichte, auf die ich später zurückblicken werde.
Quellen
Titelfoto: Pyrenäen im Blick, Rechte: Dario Schrittweise
Entdecke mehr von Dario Schrittweise
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Schreibe mir gerne einen Kommentar :-)